Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) sieht dringenden Handlungsbedarf für eine Reform frühkindlicher Bildung. Er verweist auf einen wachsenden Anteil von Mädchen und Jungen mit Defiziten in der Entwicklung. Wenn mehr als ein Drittel der Vorschüler nicht mehr über ausreichende Kompetenzen in Deutsch verfügten, sei das nur die Spitze des Eisberges, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Auffälligkeiten gebe es in fast allen Bereichen. Deshalb setze der Freistaat auf verbindliche Erziehungs- und Bildungsziele und bessere Übergänge zwischen den Einrichtungen.
Eltern sind Kindern beim Medienkonsum ein schlechtes Vorbild
«Wir müssen uns Gedanken über Persönlichkeitsentwicklung insgesamt machen. Im Zeitalter digitaler Medien ist das dringend erforderlich», sagte Clemens. Er habe manchmal das Gefühl, dass Eltern ihren Kindern beim Medienkonsum ein schlechtes Vorbild sind. «In vielen Familien wird zu Hause heute weniger zu Hause gesprochen und weniger unternommen. Die Eltern sind nach einem langen Arbeitstag angespannt.» Kitas müssten sich auf auch vor diesem Hintergrund Kindern fundierter widmen.
Zeit bis zur Umsetzung des Planes ist laut Clemens nicht zu knapp
Nach den Worten des Ministers bietet der Erziehungs- und Bildungsplan eine wissenschaftliche Grundlage und soll Erzieherinnen und Erziehern als Kompass und eine Art Lehrplan dienen. Am 1. Januar tritt er in Kraft. Clemens sieht nicht die Gefahr, dass die Frist bis zur Einführung zu knapp ist. «Die Einrichtungen erhalten konkrete Anwendungshilfen, um den Plan in eigener Regie umzusetzen.»