Wolfsrissen vorbeugen: Herdenschutz in Sachsen verstärken
Wolfsrissen vorbeugen: Warum der Schutz jetzt wichtig ist
Mit dem Spätsommer steigt in Sachsen erfahrungsgemäß das Risiko für Wolfsübergriffe auf Weidetiere. Aktuell zeigt sich dieser Trend deutlich: Die Zahl der gemeldeten Schadensereignisse ist zuletzt spürbar gestiegen. Besonders betroffen sind Schafe und Ziegen, die bei unzureichendem Schutz für Wölfe leichter erreichbar sind.
Die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie empfiehlt daher, vorhandene Schutzmaßnahmen jetzt zu überprüfen und bei Bedarf nachzubessern. Denn ein Großteil der gemeldeten Fälle betraf Herden, die nicht ausreichend gesichert waren.
Wo sich die Risiken derzeit häufen
Ein Schwerpunkt des aktuellen Rissgeschehens liegt im Schönfelder Hochland bei Dresden. Dort wurden zuletzt mehrere Wolfsübergriffe registriert, in den meisten Fällen waren die Mindestschutzkriterien nicht erfüllt. Auch zwischen Bischofswerda, Wilthen und Bautzen häufen sich die Meldungen. In diesem Gebiet spielt das Wolfsterritorium Tautewalde eine Rolle.
Die regionale Häufung zeigt: Herdenschutz muss an die örtlichen Gegebenheiten angepasst sein. Standardlösungen reichen nicht immer aus, wenn Herden regelmäßig auf offenen Flächen oder an schwer einsehbaren Weiden stehen.
Wirksame Maßnahmen für den Herdenschutz
Ein sicherer Elektrozaun oder ein Gatter mit stabilem Bodenabschluss kann das Risiko deutlich senken. Wichtig ist, dass Zäune regelmäßig kontrolliert und intakt gehalten werden. Auch ein geeigneter Untergrabschutz kann sinnvoll sein, wenn Tiere auf Flächen mit besonderem Gefährdungspotenzial gehalten werden.
Wo es die Haltungsform erlaubt, kann die nächtliche Einstallung der Tiere zusätzlichen Schutz bieten. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen zur guten fachlichen Praxis passen und konsequent umgesetzt werden.
Förderung und Beratung in Sachsen
Präventive Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe werden in Sachsen vollständig gefördert. Grundlage ist die Förderrichtlinie „Natürliches Erbe“. Zudem können Tierhalterinnen und Tierhalter, unabhängig davon, ob sie gewerblich oder im Hobbybereich tätig sind, eine kostenfreie und individuelle Herdenschutzberatung nutzen.
Wer seine Weidetiere wirksam schützen möchte, sollte frühzeitig handeln. Denn mit dem Beginn der Hauptphase des saisonalen Rissgeschehens werden Schwachstellen im Schutz besonders schnell zum Problem.