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Wer lernte einst am Bautzener Gymnasium?

Wer lernte einst am Bautzener Gymnasium?
Blick ins historische Schülerverzeichnis / Foto: Archivverbund Bautzen
Von: Uwe Tschirner
Ein Forschungsprojekt hat die Schülerverzeichnisse der Bautzener Ratsschule und des späteren städtischen Gymnasiums von 1642 bis 1938 ausgewertet. Damit liegt nun eine nahezu lückenlose Übersicht über rund 11.000 Schüler vor.

Ein fast vollständiges Bild der Schulgeschichte

Wer lernte einst am Bautzener Gymnasium? Diese Frage lässt sich dank eines neuen Forschungsprojekts nun deutlich genauer beantworten. Fünf Frauen und zwei Männer haben gemeinsam die Schülerverzeichnisse der Bautzener Ratsschule, später des städtischen Gymnasiums, erfasst und damit eine nahezu lückenlose Übersicht über die Schülerschaft von 1642 bis 1938 geschaffen.

Die ausgewerteten Daten eröffnen nicht nur namentliche Recherchen, sondern auch neue Einblicke in Herkunft, Entwicklung und Zusammensetzung der Schülerschaft. Insgesamt konnten für den Zeitraum von 1642 bis 1938 rund 11.000 Schüler nachgewiesen werden. Bis zur Umwandlung des Gymnasiums in eine Oberschule für Jungen war dies damit eine zentrale Bildungseinrichtung der Stadt.

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Historische Quellen bis zur Druckliste

Grundlage der Erhebung war ein historisches Schülerverzeichnis, das Rektor Johannes Theill im Jahr 1642 begann und das von seinen Nachfolgern bis 1834 fortgeführt wurde. Für die späteren Jahrzehnte wurden gedruckte Schülerlisten ausgewertet. So entstand erstmals eine zusammenhängende Datengrundlage über fast drei Jahrhunderte Schulgeschichte.

Für die frühe Phase von der Gründung der Schule im Jahr 1527 bis 1641 fehlen zwar personenbezogene Listen, doch lassen sich auf Basis der späteren durchschnittlichen Aufnahmezahlen weitere Rückschlüsse ziehen. Demnach dürften in dieser Zeit etwa 3.500 weitere Schüler aufgenommen worden sein. Insgesamt besuchten die Schule damit bis zu ihrer Auflösung ungefähr 14.500 Schüler.

Von der Ratsschule zum Gymnasium

Die Bautzener Schule war über lange Zeit ausschließlich Jungen vorbehalten. Mädchen wurden erst ab den frühen 1920er-Jahren aufgenommen. Damit spiegelt die Entwicklung der Schule nicht nur Bildungsgeschichte, sondern auch den Wandel gesellschaftlicher Teilhabe wider. Die neuen Daten ermöglichen künftig auch Auswertungen zur sozialen und geografischen Herkunft der Schüler.

Veröffentlichung und digitale Zugänglichkeit

Die Ergebnisse werden in der Publikation „500 Jahre gymnasiale Bildung in Bautzen. Von der evangelischen Ratsschule zum Phillip-Melanchthon-Gymnasium“ vorgestellt. Der Band 6 der Publikationsreihe des Archivverbundes Bautzen soll Anfang 2027 erscheinen, pünktlich zum 500-jährigen Gründungsjubiläum der Schule.

Geplant ist außerdem, die vollständige Erfassungsliste anschließend online bereitzustellen. Parallel dazu sollen die Daten über genealogische Portale dauerhaft zugänglich gemacht werden, damit sie auch für Familienforschung und weitere historische Untersuchungen nutzbar bleiben.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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