Eine Dekade am Deutsch-Sorbischen Volkstheater - auf welche Inszenierung oder welchen Moment auf der Bühne blicken Sie heute am liebsten zurück, und warum berührt er Sie noch immer?
Da gibt es viele Momente. Es waren und sind diese Augenblicke, wenn man spürt, dass der sogenannte „Funke“ während der Vorstellung übergesprungen ist. Also wenn es zum Austausch und Dialog mit dem Publikum kommt. Es gibt ja die zwei Theatermasken, die lachende und die weinende. Zu erleben, dass ein Publikum gemeinsam lacht oder bewegt ist von dem Geschehen auf der Bühne und emotional und gedanklich bereichert dann nach Hause geht, das macht unsere Arbeit sinnvoll und berührt.
Welche Begegnung hat Sie in Ihrer Arbeit als Oberspielleiter am meisten verändert?
Das ganze Leben ist ja Veränderung. Aber wenn Sie nach der Begegnung fragen, dann ist es die Begegnung mit diesem Ensemble. Mit den Schauspielerinnen und Schauspielern habe ich ja die meiste Zeit verbracht. Es war eine sehr aufregende Zeit. Das Ringen um das Gelingen unserer Arbeit ist nicht immer einfach. Da wird sich schon mal gestritten und auch viel gelacht. Also wie in einer ganz normalen Beziehung. Diese Zusammenarbeit war lebendig und berührend und führt unweigerlich zu einem Lernprozess.