Leseförderung mit kreativen Ideen
Mit ihrem FSJ in der Stadtbibliothek G.E. Lessing wollte Vanessa Pollack nicht nur Einblicke in den Bibliotheksalltag gewinnen, sondern auch ein eigenes Projekt entwickeln. Im Sommer 2025 hatte sie ihr Abitur am Lessing Gymnasium Kamenz abgeschlossen und sich bewusst für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden, um herauszufinden, ob der Beruf der Bibliothekarin zu ihr passen könnte.
Zum Ende ihres Freiwilligendienstes im August 2026 entstand das Projekt „Puzzle dich schlau!“. Es richtet sich an Kinder im Bibliotheksalltag und unterstützt spielerisch das Lesenlernen, die sprachliche Entwicklung und den sicheren Umgang mit Buchstaben.
Zwei Bausteine für freies Entdecken
Das Angebot besteht aus zwei kreativen Elementen, die im Kinderbereich frei genutzt werden können. Mit Magnetbuchstaben und Bildvorlagen lassen sich Wörter und einfache Sätze eigenständig bilden. So können Kinder Buchstaben erkennen, ausprobieren und in einen sinnvollen Zusammenhang bringen.
Ergänzt wird das Projekt durch individuell gestaltbare Würfel, auf deren Seiten jeweils Wörter stehen. Substantive, Verben, Adjektive, Artikel und Präpositionen sind farblich unterschieden und lassen sich zu neuen Sätzen kombinieren. Dadurch entsteht ein abwechslungsreiches Sprachspiel, das zum Mitmachen anregt.
Mehr als nur Buchstaben lernen
Das Projekt fördert nicht nur die Worterkennung und Lese- und Lernkompetenz, sondern stärkt auch Gedächtnis, Hand-Augen-Koordination und Kommunikationsfähigkeit. Besonders wertvoll ist dabei, dass das Angebot auch Kinder anspricht, die Deutsch als Zweitsprache lernen.
Erste Beobachtungen zeigen, dass die Kinder mit großer Freude mit den Materialien arbeiten. Sie werden kreativer im Umgang mit Sprache, probieren eigene Formulierungen aus und gewinnen sichtbar an Selbstvertrauen. Eine Siebenjährige setzte sogar eigenständig den Satz zusammen: „Wer liest, wird schlau“.
Bibliotheken als moderne Bildungsorte
Das FSJ-Projekt macht deutlich, wie wichtig Bibliotheken heute als Bildungsorte sind. Mit einfachen, aber durchdachten Ideen können sie Kinder im Alltag nachhaltig fördern und den Zugang zur Sprache erleichtern. Gerade niedrigschwellige Angebote wie dieses zeigen, wie Lernen und Spielen miteinander verbunden werden können.
Für Vanessa Pollack war das Jahr in der Stadtbibliothek rückblickend eine wertvolle Erfahrung. Sie lernte viele Menschen kennen, sammelte praktische Eindrücke und erhielt einen intensiven Einblick in die Arbeit einer Bibliothek. Auch wenn ihr beruflicher Weg sie im September 2026 nach Dresden zur Ausbildung als Physiotherapeutin führt, nimmt sie viele Erkenntnisse aus dem Freiwilligen Sozialen Jahr mit – vor allem im Umgang mit Menschen jeden Alters.