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Stadtrat und OB kämpfen gemeinsam um Kamenzer Kreißsaal

Klinikprotest
Symbolbild Krankenhaus / pixabay corgaasbeek
Von: Uwe Tschirner
Angesichts der angekündigten Schließung der Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus St. Johannes schließen sich Kamenzer Stadtrat und Oberbürgermeister in einer Resolution zusammen, appellieren an die Verantwortlichen und begrüßen die geplante Kundgebung am 1. Mai 2026 auf dem Marktplatz.

Kamenz. Der Kamenzer Stadtrat und Oberbürgermeister Michael Preuß haben am Dienstag eine gemeinsame Resolution zur angekündigten Schließung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Kamenzer Krankenhaus St. Johannes verabschiedet. Der Stadtrat schließt sich darin inhaltlich den Ausführungen des Oberbürgermeisters vom 23. April an. Beide appellieren aus Sorge um die Lebens- und Wohnbedingungen in Kamenz an die Verantwortlichen, die Entscheidung noch einmal zu überdenken. Ziel ist der Erhalt der Klinik, die als unabdingbarer Faktor der Lebensqualität für die Stadt und die gesamte Region gilt.

Ein erster Schritt sollte nach Ansicht von Stadtrat und OB eine Verlängerung des Zeitraums bis zu einer eventuellen Schließung sein, um eine sachgerechte Lösung zu ermöglichen. Die Klinik sei nicht nur für die Menschen in Kamenz wichtig, sondern auch für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum, der ohnehin im Vergleich zu Ballungsmetropolen unter Strukturschwäche leide. Der Appell richtet sich zugleich an die politische Ebene auf Landes- und vor allem auf Bundesebene. Die Folgen der geplanten Krankenhausreform müssten gerade für ländliche Räume reflektiert und gegebenenfalls Änderungen herbeigeführt werden.

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Mit dem Wegfall der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe entstehe zwischen Hoyerswerda, Bautzen und Dresden ein gefährlicher „Leerraum“ in der medizinischen Versorgung. Dies müsse gegengesteuert werden, so die Resolution. Trotz aller bestehenden Aktivitäten zur Stärkung strukturschwacher ländlicher Räume in Ostdeutschland dürften diese nicht durch solche Entscheidungen konterkariert werden.

Ausdrücklich begrüßt wird in der Resolution die für Freitag, den 1. Mai, 10.00 Uhr auf dem Kamenzer Marktplatz geplante Kundgebung des „Bündnisses für Zukunft“. Die Veranstaltung solle ein machtvolles Zeichen gegen die von der Geschäftsleitung des Krankenhauses verfügte Entscheidung setzen. Die Resolution trägt die Unterschriften von Oberbürgermeister Michael Preuß und zahlreichen Stadträtinnen und Stadträten aller Fraktionen. Kamenz zeigt sich damit in der Frage des Kreissaalerhalts geschlossen und kampagnenbereit.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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