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Rödertalbienen sorgen für Pokalsensation gegen Leipzig

Rödertalbienen sorgen für Pokalsensation gegen Leipzig
Die Halle in Großröhrsdorf platzt nach dem Abpfiff aus allen Nähten / Foto: Kornej Weibert
Von: Uwe Tschirner
Der HC Rödertal hat die erste Hürde im DHB-Pokal auf spektakuläre Weise gemeistert. Im Sachsen-Derby besiegten die ersatzgeschwächten Rödertalbienen am Freitagabend den Erstliga-Aufsteiger HC Leipzig mit 23:22.

Erfolgreicher Start in den DHB-Pokal

Die Rödertalbienen haben für einen echten Paukenschlag gesorgt: Im Sachsen-Derby gegen den Erstliga-Aufsteiger HC Leipzig setzte sich der HC Rödertal vor heimischem Publikum mit 23:22 (12:9) durch und zog damit in die zweite Runde des DHB-Pokals ein. Trotz zahlreicher Ausfälle zeigte das Team von Cheftrainerin Maike Daniels eine starke Moral, viel Einsatz und die nötige Abgeklärtheit in der entscheidenden Phase.

Beste Werferin des HCR war Mor Shaul mit sechs Treffern. Vor 509 Zuschauern entwickelte sich in der Halle ein intensives Pokalspiel, das bis zur letzten Sekunde offen blieb und am Ende auch ein wenig vom Glück entschieden wurde.

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Rödertal mit großem Handicap, aber viel Energie

Schon vor dem Anpfiff war klar, dass die Aufgabe schwer werden würde. Neben den Langzeitverletzten Arwen Gorb und Lea Grießer fehlten kurzfristig auch Zoe Davenport, Emilia Ronge und Abwehrchefin Vanessa Huth. Dennoch starteten die Bienen mutig in die Partie und gingen durch Rozemarijn Alderden mit dem ersten Pflichtspieltor der neuen Saison in Führung.

Die bewegliche Abwehr sorgte früh für Ballgewinne, sodass der HCR zunächst gut im Spiel war. Leipzig, mit fünf U20-Weltmeisterinnen angereist, antwortete allerdings schnell und ging durch Jana Walther erstmals mit zwei Toren in Front. Doch die Rödertalbienen hielten dagegen. Lilli Holste, ein Neuzugang, erzielte ihren ersten Treffer im Bienen-Trikot und bewies früh, warum sie als Verstärkung gilt.

Starke Defensive bringt die Halbzeitführung

Im Verlauf der ersten Halbzeit entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, in dem beide Abwehrreihen und die Torhüterinnen viele Akzente setzten. Nach einer Viertelstunde stand es nur 5:5, ehe Anna Franková nach einer Parade von Larissa Schutrups per Konter zum 6:5 traf. Die Halle war nun voll im Spiel, der Bienenstock spürbar auf Betriebstemperatur.

Mit zunehmender Spielzeit gewann der HCR an Kontrolle. Bo Dekker verwandelte sicher vom Siebenmeterpunkt, Natascha Foley erkämpfte die erneute Führung, und Mor Shaul brachte den HCR mit drei Treffern in Serie erstmals deutlicher in Front. Leonie Meersteiner erhöhte per Heber, bevor Leipzig kurz vor der Pause noch auf 9:12 verkürzte. Bemerkenswert war vor allem, dass Rödertal den Erstligisten nach 30 Minuten bei nur neun Gegentoren hielt.

Vier-Tore-Vorsprung und ein nervenaufreibendes Finish

Nach dem Seitenwechsel legte Rödertal stark nach. Leila Ott traf gleich dreimal und hielt den Favoriten zunächst auf Distanz. Larissa Schutrups parierte in dieser Phase einen freien Wurf von Marlene Tucholke, Bo Dekker blieb vom Punkt souverän, und Mor Shaul sorgte mit zwei direkten Treffern nach Ballgewinnen sogar für eine 20:14-Führung. Das Spiel schien in Richtung HCR zu kippen.

Doch Leipzig kam noch einmal zurück. Die Schlussviertelstunde wurde zum echten Nervenkrimi, in dem die Kräfte beim ersatzgeschwächten HCR sichtbar schwanden. Zwar traf Leonie Meersteiner noch zum wichtigen 23:21, doch die Gäste verkürzten erneut. Eine Auszeit von Maike Daniels sollte Ordnung bringen, ehe die Partie in der letzten Minute dramatisch wurde: Zunächst vergab Leipzig einen Siebenmeter, dann scheiterte Marlene Tucholke und schließlich parierte die eingewechselte Anja Rossognoli auch den letzten Strafwurf der Gäste in der Schlusssekunde. Damit rettete sie den Pokalerfolg im ersten Pflichtspiel für den HCR.

Stimmen zum Pokalerfolg und Ausblick auf den Ligastart

Cheftrainerin Maike Daniels zog nach dem Coup ein positives Fazit, sah aber auch Entwicklungspotenzial. „Wir haben eine gute Abwehr gestellt. Bei den zwei Siebenmetern zum Schluss kann die Münze auch auf die andere Seite fallen. Natürlich können wir den Vorsprung auch besser verwalten“, sagte sie. Gleichzeitig betonte sie, dass man manche Dinge noch präziser ausspielen und das Tempo variabler gestalten müsse.

Sportchef Andreas Baier lobte die Mannschaft für ihren Einsatz: „Dass unsere Rumpftruppe so eine Moral und so einen Kampfgeist gezeigt hat, ist sensationell und macht Hoffnungen für die Saison.“ Für die Rödertalbienen bleibt jedoch kaum Zeit zum Feiern, denn bereits am 29. August wartet mit Bayer Leverkusen der Ligastart in der heimischen Halle. Tickets für das erste Saisonspiel sind bereits im Vorverkauf erhältlich.

Für den HCR spielten

Larissa Schutrups und Anja Rossognoli im Tor; Mor Shaul (6), Rozemarijn Alderden (1), Pia Kastner, Natascha Foley (2), Bo Dekker (4/4), Anna Franková (1), Leila Ott (3), Mathilde Thun, Lilli Holste (2), Leonie Meersteiner (4).

Uwe Tschirner
Artikel von

Uwe Tschirner

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