Am 15. Mai ist Křesćan Bart im Alter von 91 Jahren in Hamburg gestorben. Mit ihm verliert das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen einen Künstler, dessen Name eng mit der Geschichte des Hauses verbunden ist. Geboren am 4. Juli 1934 in Uhyst an der Spree, wuchs er dreisprachig auf und legte sein Abitur am Gymnasium in Varnsdorf ab. Früh entdeckte er seine Liebe zur Bühne, geprägt durch Theaterbesuche in jungen Jahren und durch seinen Vater, der in einer Laienspielgruppe aktiv war. Bereits 1948 gehörte Bart zu den Gründungsmitgliedern des Sorbischen Theaters in Bautzen. Nach seinem Slawistikstudium in Leipzig begann er als Assistent für Regie und Dramaturgie unter Intendant Jan Krawc am Bautzener Theater. Von der Spielzeit 1958/59 bis 2004/05 war er festes Ensemblemitglied des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen.
1961 legte er seine Schauspielprüfung ab und stand später noch bis zur letzten Vorstellung der „Olsenbande“ im Jahr 2018 als Gast auf der Bühne – als ältester Gastdarsteller des Hauses. Sein Beitrag beschränkte sich jedoch nicht auf die Schauspielerei. Křesćan Bart arbeitete auch als Regisseur, förderte junge Theaterbegeisterte und leitete ab 1998 die Hochožaner Laientheatergruppe, mit der er regelmäßig sorbische Stücke erarbeitete. Zudem war er als Übersetzer tätig und übertrug unter anderem Markus Köbelis Komödie „Paradiz w dobrej stwě“ („Holzers Peepshow“) ins Obersorbische. In Produktionen wie „Kaž w njebjesach / Wie im Himmel“, „Maryša“, „My Fair Lady“, „Sugar“ oder „Chodźić po rukomaj / Auf Händen gehen“ berührte er viele Zuschauerinnen und Zuschauer. Besonders verdient machte sich Bart um die Bewahrung der sorbischen Sprache auf der Bühne. Als Sprachbetreuer trug er wesentlich dazu bei, dass das Sorbische im Theater lebendig blieb und selbstverständlich gehört werden konnte.