44.000 Menschen aus den Landkreisen Bautzen und Görlitz pendeln täglich aus. Das ist mehr als jeder fünfte Beschäftigte. Sie suchen Jobs, die es hier nicht gibt – oder die hier deutlich schlechter bezahlt werden. In manchen Berufen klafft eine Lohnlücke von bis zu 1.700 Euro im Monat. Doch während die einen Richtung Westen oder in die Großstädte aufbrechen, bleiben andere zurück. Und mit ihnen ein Problem, das immer größer wird.
Die alarmierenden Zahlen der Jugend
Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zeichnen ein zwiespältiges Bild. Die Arbeitslosigkeit insgesamt ist leicht gesunken. Aber bei den Jugendlichen unter 25 Jahren gibt es einen Anstieg: plus 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Knapp 1.900 junge Menschen sind aktuell ohne Job. Und das Schlimmste: Drei Viertel von ihnen haben keinen Berufsabschluss.
"Es ist erschreckend, die Anzahl der arbeitslosen Jugendlichen ohne Berufsabschluss ist stetig steigend", sagt Anna Metz, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Bautzen, im Gespräch mit unserer Redaktion. Dabei seien es doch gerade die jungen Menschen, "die als Fachkräfte nachwachsen könnten, um so die Arbeitsplätze bei den Arbeitgebern, die Fachkräfte suchen, zu besetzen."