Was ihr gelungen ist, hat seit 36 Jahren keine deutsche Eiskunstläuferin mehr geschafft. Die gebürtige Dresdnerin Evelyn Großmann, heute Klaudt, errang 1990 den Titel im Damen-Einzel bei der Eiskunstlauf-Europameisterschaft in Leningrad - für die untergehende DDR. Bis heute der letzte Titel bei einer internationalen Meisterschaft für eine deutsche Läuferin. Ein Jahr später legte sie noch mal EM-Silber nach. 35 Jahre später blickt sie auf ihre Karriere zurück, auf die außergewöhnliche Zusammenarbeit mit Jutta Müller, der erfolgreichsten Eiskunstlauf-Trainerin der Welt. Und erzählt über ihre Freundschaft zum Weltstar Katarina Witt.
Evelyn, haben Sie noch Erinnerungen an den Silber-Auftritt in Sofia vor fast genau 35 Jahren - Ihre letzte internationale Meisterschaft?
Ja, ganz weg ist die Erinnerung nicht, wobei manches auch verblasst oder es etwas nostalgisch wird. Wir waren zwar nicht viel in Sofia unterwegs - nur zwischen Eishalle und Hotel - man hat ein bisschen was vom Land gesehen. Da hat man schon gedacht: Was bin ich froh, dass wir da leben, wo wir leben. Die haben vor dem Bäcker angestanden und die Regale waren leer. Das fand ich damals befremdlich und erschreckend.
