Diese Szene ging unter die Haut. Wenn man die Geschichte dahinter kennt. Als Dresdens Top-Kanute Tom Liebscher-Lucz am Freitagnachmittag bei der Weltmeisterschaft im polnischen Posen mit dem deutschen Kajak-Vierer als Erster über die Ziellinie fährt, drischt der 33-Jährige energiegeladen zwei Mal mit der rechten Hand auf das Wasser.
Dabei ist es bereits das achte WM-Gold in der persönlichen Vita des Aushängeschilds vom Kanuclub Dresden. Doch dieser Sieg mit dem Paradeboot des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) ist selbst für den Gold-Routinier Liebscher-Lucz ein außergewöhnlicher Moment. „Da hat sich zwei Jahre lang etwas angestaut. Wer mich kennt, der weiß, dass ich gern von solchen Höhepunkten eine Medaille mit nach Hause bringe und gern erfolgreich bin, wenn ich so viel investiere.“
Der Sportsoldat der Bundeswehr hatte seine drei Goldmedaillen bei Olympia jeweils mit dem Vierer gewonnen. 2016 in Rio, 2021 in Tokio und 2024 in Paris. Nach dem Auftritt in Frankreich hatte Liebscher-Lucz im Vorjahr seinen sicher geglaubten Stammplatz im Erfolgs-Quartett verloren - aufgrund unzureichender Leistungsdaten. Als WM-Fünfter im Einer war er 2025 erstmals seit 2012 ohne Medaille bei internationalen Meisterschaften verloren.
