Den größten Olympia-Hype um ihre Person hat Josephine Schlörb gar nicht mitbekommen. Wenige Tage vor den Olympischen Winterspielen von Mailand hatte die Eisschnellläuferin vom Eislauf-Verein Dresden deutschlandweit für mächtig Wirbel gesorgt, weil sie die Geschichte über das Schuh-Hickhack mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) öffentlich gemacht hatte.
In Kurzform - ihre alten Schlittschuh hatten einen Design mit vielen aufgedruckten Statements, einige davon mit unpolitischem Hintergrund wie "Hass ist keine Meinung" oder "Frauenrechte sind Menschenrechte". Aber eben auch ein paar politisch konnotierte Aussagen. Dieses Design wollte sie auch für ihre neu angefertigten Wettkampf-Schuhe übernehmen, ließ deshalb über den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) beim IOC anfragen, ob das erlaubt sei.
Ein halbes Jahr später lehnte das IOC das Design mit Verweis auf Regel 50 der Olympischen Charta ab. In der heißt es sinngemäß, dass politische Äußerungen - egal, in welcher Form - an der Wettkampfstätte, dem "Field of Play", untersagt sind. Bei Europa- und Weltmeisterschaften sind solche Statements erlaubt, mit ihren alten Schlittschuhen wurde die Dresdnerin 2024 EM-Zweite im Team-Pursuit.
