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Millionenprojekt Jägerpark: So steht es um das größte nicht kommunale Sportprojekt

Millionenprojekt Jägerpark: So steht es um das größte nicht kommunale Sportprojekt
Baustelle Jägerpark. Auf der noch braunen Fläche entstehen zwei Großfelder, einer mit Natur-, der zweite mit Naturrasen. Foto: SC Borea Dresden
Von: Alexander Hiller
Der SC Borea Dresden unterhält nach RB Leipzig eine der größten Nachwuchsfußball-Abteilungen in Sachsen und investiert knapp zehn Millionen Euro in die Modernisierung und Umgestaltung seiner charakteristischen Spielstätte. Das Vorhaben geht nun in die zweite und damit letzte Bauphase. Wenn alles gut geht.

Die Stille ist verblüffend, aber geplant. Dabei entsteht am Rande der Dresdner Heide derzeit das größte nicht kommunale Bauprojekt in der Dresdner Sportlandschaft seit fünf Jahren. Der Start des zweiten und letzten Bauabschnitts steht unmittelbar bevor.

Der Jägerpark, die Heimstätte des Fußball-Landesligisten SC Borea Dresden, wird für fast zehn Millionen Euro umgebaut. Der Freistaat fördert die Sanierung und Modernisierung mit 4,2 Millionen Euro, die Landeshauptstadt Dresden mit 3,163 Millionen Euro. Den Rest des gesamten Investitionsvolumens von 9,4 Millionen Euro bringt der SC Borea in Eigenleistung auf.

Das Bauprojekt „Sport- & Freizeitpark Dresden Nord“ wird den Verein im Dresdner Norden, der nach RB Leipzig eine der größten Fußball-Nachwuchsabteilungen in Sachsen unterhält, auf ein neues Level heben. Es werden ein neues Multifunktionsgebäude sowie neue Sportanlagen – zwei Großspielfelder mit Natur- und Kunstrasen, ein Kleinspielfeld, eine Leichtathletikfläche mit 60-Meter-Laufbahn und Weitsprunganlage entstehen.

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Der erste Bauabschnitt ist bereits beendet. Denn die charakteristische Talsenke, in der das bisherige Stadion eingebettet war, ist verschwunden, wurde mit knapp 95.000 Kubikmeter Erde verfüllt. Das erste neue Spielfeld, ein Kleinfeldkunstrasen, wurde bereits am 28. Januar eingeweiht. „Das entzerrt unseren Trainings- und Spielbetrieb enorm“, sagt Boreas Vorstandsmitglied Stefan Birnbaum. Bis zur U13 können auch Pflichtspiele auf dem neuen Geläuf absolviert werden.


Nur noch vier bis fünf Trainingszeiten pro Woche muss der Verein außerhalb des Jägerparks beanspruchen. Ohne den neuen Kleinfeldrasen waren das deutlich mehr. Schließlich unterhält der Verein knapp 20 Mannschaften.

„Wir haben von 8 bis 16 Uhr auch viel Schulsport hier. Der neue Jägerpark hat einen großen Mehrwert für das gesamte Einzugsgebiet“, betont Jugendleiter Leon Büttner. Auch deshalb wird eine kleine Leichtathletikanlage integriert.

Die letzten Ausschreibungen für den zweiten Bauabschnitt sind vorbereitet, z.B. für den Hochbau, die Technische Gebäudeausrüstung (TGA). „Wir sind sehr optimistisch, dass wir damit zeitnah loslegen können“, betont Vorstand Stefan Birnbaum.

Die Fördergelder von Stadt und Land fließen tröpfchenweise, entsprechend den Ausgaben des Vereins, der als Bauherr fungiert. „Allerdings sind die Tropfen ziemlich groß“, sagt der 48-jährige Ex-Kicker. Bis Ende nächsten Jahres soll das Millionenprojekt vollendet sein.

Neun neue Bäume werden gepflanzt

Denn im zweiten Bauabschnitt stehen noch jede Menge Aufgaben an: Zum Beispiel der Bau des künftigen Funktionsgebäude, das zwischen den beiden noch anzulegenden Großfeldern stehen wird. In dem zweigeschossigen Haus entstehen Kabinen für Männer, Frauen und Schiedsrichter, Sanitäranlagen, Büro- und Besprechungsräume.

Teile des alten Funktionstraktes seitlich des Stadions werden abgerissen. Dafür müssen noch drei Bäume weichen. „Wir müssen und werden dafür neun neue Bäume pflanzen“, versichert Stefan Birnbaum.

In den Planungen für die zwei Großfelder ist ein späterer und durchaus angepeilter Aufstieg in die fünftklassige Oberliga einbezogen. Dazu notwendige Erweiterungsmöglichkeiten müssen bereits jetzt mitgedacht werden. Die Männermannschaft ist derzeit Landesliga-Achter.

„Für die Flutlichtanlage müssen wir in der Landesliga beispielsweise noch geringere Anforderungen erfüllen als in der Oberliga“, erklärt Birnbaum. Ab der fünfthöchsten Spielklasse verlangt der Verband zudem einen separaten Gästeblock. „Den brauchen wir jetzt noch nicht, errichten wir auch noch nicht, beziehen ihn aber in die Planungen mit ein“, erklärt der Vorstand.

Unter den immer noch eingeschränkten Bedingungen ist es beachtlich, dass sich Boreas A-Junioren über die Hinrunde der Regionalliga Nordost für die Bundesliga qualifiziert haben, die jetzt DFB-Nachwuchsliga heißt. In der höchsten Spielklasse absolvieren die Nord-Dresdner jetzt die Rückrunde. Letztmals kickten die A-Junioren des SC Borea (damals noch FV Nord) 2006 in der Bundesliga. Damals stand übrigens Jerome Boateng im Aufgebot des Dresdner Staffelgegners Hertha BSC. 

Alexander Hiller
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Alexander Hiller

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