HC wird zur Mannschaft der Extreme
Als die Dresdner auf der Rückfahrt von Magdeburg einen kleinen Zwischenhalt einlegten, hatten sie eine Begegnung mit dem Oberligateam aus Naumburg-Stößen (vor zwei Jahren noch Gegner der Dresdner in der Mitteldeutschen Oberliga). Auf die Frage hin, wie diese an diesem Abend gespielt hatten, antwortete ein mitgereister Naumburger Fan prompt: „Wir haben die 1. Halbzeit total verschlafen“. Den Dresdnern kam diese Antwort schmerzvoll bekannt vor. Dreimal in Folge kam der HC nun in der 1. HZ eines Auswärtsspieles nicht wirklich in die Partie. Dreimal in Folge wurde das letztendlich bestraft.
Die Partie begann ausgeglichen. Bis zur 8. Minute konnte sich keine Mannschaft absetzen. Die Magdeburger führten zu dieser Zeit mit 5:4. In der Folge konnte die Bundesligareserve aber Schritt für Schritt enteilen. Die Dresdner zeigten sich zunehmend verunsichert. Die Fehler der Gäste nahm vor allem Linksaußen Matthias Musche dankend an. 10 Tore gingen insgesamt auf sein Konto, davon erzielte er alleine 8. Treffer in der 1. HZ. Ihm merkte man die Zweitligareife deutlich an, war er doch vom insolventen Post SV Schwerin nach einem Kurzintermezzo wieder nach Magdeburg zurückgekehrt. Der zweite „Problemfall“ für die Dresdner Abwehr war der für den SC Halbrechts agierende Bert Hartfiel. Er traf ebenfalls 10mal und konnte in der 1. HZ ebenso 8 Treffer erzielen. Die Dresdner Abwehr fand gegen ihn einfach kein Mittel. Über die Stationen 7:5, 12:6 und 17:9, kam die 21:12 Halbzeitführung für überlegene Gastgeber zustande. Die Dresdner selbst bewegten sich gedanklich scheinbar im Kreis. Während die Abwehr auf ein Signal aus dem Dresdner Tor hoffte, hoffte das Dresdner Torpersonal anscheinend auf ein Signal von der Abwehr. Ein handballerischer „Teufelkreis“ den die Magdeburger gnadenlos nutzten und aus dem sich die Mannschaft von Peter Pysall auch nach einer Auszeit nicht befreien konnte. Es musste anscheinend eine längere Auszeit her. Die Zeit zwischen den Halbzeiten bot dazu die Gelegenheit.