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Erektionsstörung Medikamente: was Männern ab 50 wirklich hilft

Lächelnder Mann um die 50 in entspannter Haltung auf einer Decke im Grünen – Symbol für Lebensqualität und Selbstbewusstsein auch im höheren Alter
Lebensfreude und Wohlbefinden in jeder Lebensphase – für mehr Selbstvertrauen und Aktivität. / Foto: freepik.com
Von: Konrad Vers

Erektionsstörungen betreffen in Deutschland schätzungsweise vier bis sechs Millionen Männer zwischen 40 und 70 Jahren. Ab 50 steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich: Etwa jeder zweite Mann über 60 erlebt zumindest gelegentlich Erektionsprobleme. Trotzdem bleibt das Thema in vielen Arztpraxen unausgesprochen, selbst dann, wenn bereits chronische Erkrankungen behandelt werden, die als Hauptursache der erektilen Dysfunktion infrage kommen. Die Ursachen sind in den meisten Fällen gut erforscht, und wirksame Medikamente stehen längst zur Verfügung. Warum also leben so viele Männer in der zweiten Lebenshälfte jahrelang mit einer behandelbaren Einschränkung?

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Was ab 50 im Körper passiert

Erektile Dysfunktion ist selten ein eigenständiges Problem. In rund 70 Prozent der Fälle liegen körperliche Ursachen zugrunde, und viele davon hängen mit Veränderungen zusammen, die sich ab dem 50. Lebensjahr häufen.

Diabetes mellitus ist einer der stärksten Risikofaktoren. Etwa jeder zweite Mann mit Diabetes entwickelt im Laufe seines Lebens eine Erektionsstörung. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die feinen Blutgefäße und Nerven, die für eine ausreichende Durchblutung des Schwellkörpers notwendig sind. Dazu kommt, dass Diabetiker häufig niedrigere Testosteronwerte aufweisen, was Libido und Erektionsfähigkeit gleichermaßen beeinträchtigt.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Arteriosklerose verengen die Blutgefäße systemisch. Die besonders feinen Gefäße im Penis sind oft zuerst betroffen. In der Kardiologie gilt die erektile Dysfunktion deshalb als möglicher Frühindikator für schwerwiegendere Gefäßerkrankungen: Etwa jeder zweite Mann mit diagnostizierter koronarer Herzkrankheit hatte zuvor bereits Erektionsprobleme. Wer ab 50 erstmals Potenzprobleme bemerkt, sollte das nicht nur als Alterserscheinung abtun, sondern auch sein Herz-Kreislauf-System überprüfen lassen.

Sinkende Testosteronwerte spielen ebenfalls eine Rolle. Ab dem 40. Lebensjahr sinkt der Testosteronspiegel bei Männern um durchschnittlich ein bis zwei Prozent pro Jahr. Dieser natürliche Prozess führt nicht bei jedem Mann zu Erektionsproblemen, kann aber in Kombination mit Übergewicht, Bewegungsmangel oder Stress die Erektionsfähigkeit spürbar beeinträchtigen.

Medikamentöse Nebenwirkungen werden oft unterschätzt. Bestimmte Blutdrucksenker (Betablocker), Antidepressiva, Entwässerungsmittel und Antiandrogene können die Erektionsfähigkeit erheblich beeinflussen. Gerade Männer ab 50, die häufig mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen, stehen vor der Schwierigkeit, zwischen Krankheitsfolge und Nebenwirkung zu unterscheiden. Genau hier wäre ein offenes Gespräch mit dem behandelnden Arzt wichtig.

Welche Medikamente helfen

Die erektile Dysfunktion ist heute gut behandelbar, auch und gerade bei Männern über 50. Die Standardtherapie bilden PDE-5-Hemmer, eine Wirkstoffgruppe, die die Durchblutung im Schwellkörper verbessert und eine natürliche Erektion bei sexueller Stimulation ermöglicht.

Sildenafil ist der am längsten erprobte Wirkstoff und seit der Patentfreigabe als kostengünstiges Generikum verfügbar. Die Wirkung setzt nach etwa 30 bis 60 Minuten ein und hält vier bis fünf Stunden an. Sildenafil eignet sich für Männer, die ein schnell wirksames Medikament mit planbarem Zeitfenster bevorzugen.

Tadalafil hat ein deutlich längeres Wirkfenster von bis zu 36 Stunden, was mehr Spontanität in der Partnerschaft erlaubt. In niedriger Dosierung kann Tadalafil auch täglich eingenommen werden, was bei häufigem Bedarf eine gleichmäßige Wirkung ermöglicht und von vielen Paaren als natürlicher empfunden wird.

Vardenafil und Avanafil sind weitere zugelassene PDE-5-Hemmer mit jeweils eigenen Wirkprofilen. Avanafil gilt als besonders schnell wirksam mit einem vergleichsweise günstigen Nebenwirkungsprofil.

Alle genannten Medikamente sind verschreibungspflichtig. Eine ärztliche Beurteilung ist zwingend erforderlich, bevor eines dieser Mittel eingenommen werden darf. Gerade bei Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder gleichzeitiger Einnahme von Nitraten ist die ärztliche Prüfung medizinisch notwendig, nicht nur eine Formalität.

Warum viele Männer ab 50 den Arztbesuch scheuen

Obwohl wirksame Behandlungen existieren, suchen laut Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Urologie nur etwa 10 bis 20 Prozent der Betroffenen ärztliche Hilfe. Die Gründe sind gerade bei der Generation 50plus nachvollziehbar: Scham, das Gefühl, das Thema sei nicht wichtig genug für einen Arztbesuch, oder die Sorge, in einem bestimmten Alter gehöre das eben dazu. Dazu kommt die Hürde, im Wartezimmer über intime Beschwerden sprechen zu müssen, vor allem, wenn man den Hausarzt seit Jahren kennt.

Telemedizin kann hier helfen. Über Apotheke365 lassen sich beispielsweise Medikamente gegen erektile Dysfunktion per Telemedizin anfragen. Der Ablauf ist unkompliziert: Ein medizinischer Fragebogen erfasst Vorerkrankungen, bestehende Medikation und aktuelle Beschwerden. Ein in der EU zugelassener Arzt prüft die Angaben und entscheidet, ob die gewünschte Behandlung medizinisch vertretbar ist. Wenn ja, wird ein Privatrezept ausgestellt und über eine Partnerapotheke versendet, diskret verpackt, in der Regel mit Zustellung am nächsten Werktag.

Der Arzt kann den Antrag auch ablehnen, etwa wenn Kontraindikationen vorliegen oder eine persönliche Untersuchung notwendig erscheint. Das Verfahren ist im Rahmen der EU-Telemedizin-Richtlinien legal und wird durch das deutsche Digitalisierungsgesetz zusätzlich gestützt.

Kein Tabuthema, sondern Lebensqualität

Eine Erektionsstörung ist kein unvermeidliches Schicksal und nichts, das man ab einem bestimmten Alter einfach hinnehmen muss. Sie kann ein Warnsignal für ernsthafte Grunderkrankungen sein, und sie lässt sich in den allermeisten Fällen gut behandeln. Ein aktives Liebesleben trägt auch jenseits der 50 zur Lebensqualität bei, für beide Partner.

Wer bereits wegen Diabetes, Bluthochdruck oder anderen chronischen Erkrankungen in Behandlung ist, sollte das Thema beim Arzt ansprechen. Und wer die persönliche Hemmschwelle als zu hoch empfindet, kann den ersten Schritt auch digital gehen.

Konrad Vers
Artikel von

Konrad Vers

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