Von Bügerjournalistin Antje Wetzl
Wie die Stadt Lommatzsch ihren Einfluss auf die regionale Windkraftplanung nach und nach verlor, zeigt eine Chronologie basierend auf Informationen aus der Sächsischen Zeitung vom 3. Juni sowie der Stadtratssitzung in Lommatzsch am 11. Juni. Demnach verpasste der Stadtrat mehrfach Möglichkeiten zur Mitgestaltung – mit spürbaren Folgen für Flächen, Einnahmen und kommunale Kontrolle.
Bereits vor 2024 war ein Repowering am Tummelberg vorgesehen. Ältere Windkraftanlagen sollten auf bestehenden 69 und 20 Hektar großen Flächen durch effizientere Neuanlagen ersetzt werden. Da die EEG‑Vergütung nach 20 Jahren ausläuft, hätte ein Repowering einen neuen Vergütungszeitraum ausgelöst und der Stadt langfristige Einnahmen gesichert. Bürgermeisterin Anita Maaß warb früh dafür, aktiv mitzuwirken, um Standorte, Abstände und Verträge mitzugestalten.
Im März 2024 entschied der Stadtrat jedoch nicht über die mögliche Flächenausweisungen und lehnte damit eine Mitgestaltung faktisch ab. Auch ein Modell zur finanziellen Bürgerbeteiligung wurde nicht beraten. Ein Bürgerbegehren gegen Windkraftentscheidungen wurde als unzulässig eingestuft. In der Folge zog sich die Bürgermeisterin aus weiteren Vermittlungsversuchen zurück.