Weißes Haus in Radebeul soll wieder eine sichere Grundlage bekommen
Radebeul. Das Kultur- und Jugendzentrum Weißes Haus an der Kötzschenbrodaer Straße 60 soll dauerhaft bleiben. Der Stadtrat entscheidet am Mittwoch nächster Woche, ob dafür ein neuer Bebauungsplan aufgestellt wird. Das Planungsziel ist laut Vorlage der „Erhalt der Nutzung des Standortes ‚Weißes Haus‘ zur Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche unter besonderer Berücksichtigung des Lärmschutzes der nahegelegenen Wohnbebauung“.
Das Gebäude war einst Verwaltungssitz einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft für Frühgemüse. Seit 2005 gibt es dort soziokulturelle Angebote vor allem für Kinder und Jugendliche aus Radebeul. Träger sind die JuCo Soziale Arbeit gGmbH aus Coswig und der Verein Noteingang Radebeul. Das Haus habe sich „zu einer der bedeutendsten Adressen zur Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen in Radebeul entwickelt“, schreibt die Stadt.
Gesichert war das nur auf Zeit. Der alte Bebauungsplan Nr. 60 trat 2006 in Kraft und erlaubte ein Sondergebiet Freizeit/Diskothek bis zum 31. Januar 2016. Danach wartete die Stadt ab, weil das Planfeststellungsverfahren für das Komplexvorhaben Lößnitzbach Folgen für das Gelände hätte haben können. Das Verfahren ist seit 2025 abgeschlossen.
Mit mehr Veranstaltungen und Besuchern kamen auch mehr Lärmbeschwerden aus den Wohnhäusern rund 100 Meter östlich. Der neue Plan soll Konflikte mit den Anwohnern vermeiden. Eine reine Diskothek soll es künftig nicht mehr geben. Der Geltungsbereich umfasst rund 1,25 Hektar in der Gemarkung Serkowitz. Der Stadtentwicklungsausschuss hat ihn am 6. Oktober erweitert, damit die Skateranlage eventuell verlagert werden kann. Den Boden besitzen verschiedene Privatleute, die Gebäude gehören der Stadt. Deshalb läuft parallel eine Flurbereinigung. Der Ausschuss empfahl den Beschluss mit neun Ja-Stimmen bei einer Enthaltung.
Der Stadtrat Radebeul tagt am Mittwoch, 28. Oktober, ab 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses. Der erste Teil der Sitzung ist öffentlich, zu Beginn gibt es eine Einwohnerfragestunde. Tagesordnung und Unterlagen stehen im Ratsinformationssystem der Stadt.