Von Ulf Mallek
An den kalten Nächte der letzten Tagen finden die sächsischen Winzer Gefallen. Sie verhindern nämlich, dass sich die Triebe - wie im Vorjahr - zu früh herauswagen und am Ende in ein frostiges Verderben geraten. Die Nachtfröste vom April 2024 haben ein Dreiviertel der Jahresernte zerstört. Doch der Optimismus unter den sächsischen Winzern ist aktuell recht groß. Das sagte der Vorsitzende des sächsischen Weinbauverbandes Felix Hößelbarth am Montag in Weinböhla.
"Wenn alles gut geht, dann werden wir wieder eine gute Ernte haben und die Krise des Vorjahres überwinden", sagte Hößelbarth. Genaueres wird sich aber erst nach der Weinblüte im Juni sagen lassen. Eine Kompensation der hohen Ausfälle von 2024 durch Preiserhöhungen sei nicht möglich, so Hößelbarth. Möglicherweise werde aber das eine oder andere Weingut seine Preise demnächst noch etwas erhöhen.
Erstmals treffen sich die sächsischen Winzer am 13. und 14. April im Zentralgasthof Weinböhla zu einer Sachsen-Weinprobe. 21 Winzer haben bereits zugesagt. Die Veranstaltung ist der Nachfolger der gemeinsamen Jungweinprobe mit dem Anbaugebiet Saale-Unstrut, die über 20 Jahre abwechselnd organisiert wurde. Nach Corona wurde die lange Tradition aber beendet und ein neues Format gesucht und gefunden, das jetzt zum ersten Mal stattfindet. Die Winzer - vom kleinen Ein-Hektar-Betrieb bis zum großen Weingut - präsentieren ihre Weine, nicht nur Jungweine, und kommen am ersten Veranstaltungstag mit den Besuchern ins Gespräch. Der zweite Tag ist dem Fachpublikum vorbehalten, das sind Gastronomen und Wiederverkäufer. In der nächsten Zeit werde mit dem Partner-Anbaugebiet gesprochen, um die Weinprobe dann auch wieder gemeinsam zu organisieren. Längerfristig könne sich der Weinbauverband sogar eine kleine intertationale Messe mit Partnern in Polen und Tschechien vorstellen. Sie sollte dann aber in Dresden stattfinden, sagte Hößelbarth.