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Wacker Chemie streicht Dividende

Wacker Chemie streicht Dividende
Das Werk von Wacker Chemie in Nünchritz. Foto: Wacker Chemie AG
Von: Meißen News
Wacker Chemie hat auf der Hauptversammlung klare Signale gesetzt. Doch die Lage bleibt angespannt.

Die Wacker Chemie AG hat am Dienstag ihre 20. ordentliche Hauptversammlung in virtueller Form abgehalten und nach Unternehmensangaben mit großer Mehrheit alle Tagesordnungspunkte beschlossen. Dazu zählte auch der Vorschlag, für das Geschäftsjahr 2025 wegen der Verlustsituation keine Dividende auszuzahlen. Damit halte sich Wacker an die eigene Dividendenpolitik, wonach rund 50 Prozent des Jahresüberschusses ausgeschüttet werden sollen. Wacker Chemie betreibt ein großes Werk in Nünchritz.

Vorstandschef Christian Hartel habe in seiner Rede auf die im April angepasste Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 verwiesen. Hintergrund seien Verwerfungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten infolge des Konflikts im Nahen Osten gewesen, die zu höheren Kosten für Energie, Rohstoffe und Logistik führten und auch Wacker träfen. „Wir geben Mehrkosten aus den gestiegenen Rohstoff- und Energiepreisen konsequent an unsere Kunden weiter“, sagte Hartel.

Deshalb sei die Umsatzprognose auf ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich angehoben worden. Zuvor habe das Unternehmen ein niedriges einstelliges Wachstum erwartet. Die EBITDA-Prognose bleibe wegen der Unsicherheiten und des volatilen Auftragseingangs unverändert bei 550 bis 700 Millionen Euro.

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Hartel habe zudem auf die strukturellen Probleme der Chemieindustrie in Deutschland und Europa hingewiesen. Die Produktion in Deutschland gehe seit Jahren zurück, das sei kein konjunkturelles, sondern ein struktureller Wandel. Wacker habe darauf mit strategischen Prioritäten im Frühjahr 2025 und dem Kosten- und Effizienzprogramm „PACE“ im Oktober 2025 reagiert. Für die Umsetzung brauche es nach Unternehmenssicht zugleich bessere Rahmenbedingungen in Berlin und Brüssel, etwa bei Energiepreisen, Bürokratie und Regulierung.

An der Hauptversammlung hätten sich Aktionärinnen und Aktionäre auch live per Video an der Generaldebatte beteiligen können. Zur Beschlussfassung seien 40.319.159 Aktien vertreten gewesen, das entspreche 77,31 Prozent des Grundkapitals.

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