Früher, als sich Holger Friedrich noch um Software gekümmert hatte und um IT-Lösungen für Banken, um Millionen zu verdienen, war ihm der Osten egal. Er fühlte sich eher als Weltbürger, als Globalist. Die Familie war ihm wichtig und ein guter Verkaufserlös seiner Software-Firma an den Konzern SAP, was ihm auch gelang, sagte der Verleger am Montagabend im Presseclub Dresden. Seine Haltung änderte sich mit einem Schlag, als er den Berliner Verlag gekauft hatte. Das war 2019.
Welchen Preis Silke und Holger damals dafür gezahlt haben, ist nie offiziell bekannt geworden. Holger Friedrich selbst sprach von einem „komfortablen zweistelligen Millionenbetrag“, den sich das Paar ein Budget gesetzt habe. Beobachter gehen von viel niedrigeren Preisen aus, weil Du Mont den Verlag, für den die Firma zehn Jahre zuvor einen sogar dreistelligen Millionenbetrag hinlegen musste, unbedingt loswerden wollte. Die damaligen Zahlen sahen alle unschön rot aus. Richtig hohe zweistellige Millionenbeträge im fetten Minus.

