Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Meißen News

Tesla testet humanoiden Roboter „Optimus“ in Grünheide

Tesla testet humanoiden Roboter „Optimus“ in Grünheide
Modell eines humanoiden Roboters Optimus im Tesla Center Kesselsdorf. Foto: Ulf Mallek
Von: Meißen News
Tesla hat den Einsatz erster Optimus‑Roboter im Werk Grünheide bestätigt. Was die Maschinen dort tun – und welche Hürden jetzt folgen.

Man hätte es ahnen können: Es geht voran mit der Roboterfertigung. Bereits in der Vorwoche kam ein Optimismus-Roboter in den Verkaufsraum des Tesla Centers in Kesselsdorf. Ein Mitarbeiter sagte, er sei original, aber ohne Innenleben. Als Modell zum Anschauen. Jetzt hat Tesla am Donnerstag tatsächlich den Beginn eines neuen Pilotprojekts in der Gigafactory Grünheide bestätigt. Das teilte die Werkleitung ausgewählten Medien, darunter dem Portal hh-autos.com, mit. Mehrere Einheiten des humanoiden Roboters „Optimus“ der zweiten Generation werden seit Wochenbeginn in abgeschirmten Bereichen der Batteriezellenfertigung und der internen Logistik getestet. Branchenkreise hatten den Einsatz bereits vermutet, nun liegt erstmals eine präzise Bestätigung vor. Mehrere englischsprachige Medien bestätigten das.

Im Mittelpunkt der Erprobung steht die Handhabung der neuen 4680‑Batteriezellen, einem zentralen Baustein der künftigen Tesla‑Produktion. Die neuen Optimus‑Roboter sollen das Sortieren, Inspizieren und Bestücken von Zellträgern übernehmen – Tätigkeiten, die bislang ausschließlich von menschlichen Beschäftigten ausgeführt wurden. Laut Tesla verfügen die Gen‑2‑Modelle über Hände mit 11 Freiheitsgraden und taktilen Sensoren an allen Fingern, die ein menschenähnliches Greifverhalten simulieren sollen. Die Navigation erfolgt ausschließlich kamerabasiert über ein „Vision‑Only“-System, das auf der FSD‑Navigationshardware der Tesla-Autos basiert.

Mehr aus dieser Kategorie

Tesla spricht von einem „begrenzten Pilotversuch zur Evaluierung der Systemstabilität und der Mensch‑Maschine‑Interaktion in einer realen Produktionsumgebung“. Die Tests finden nicht in der Fahrzeug-Endmontage statt, sondern in zwei strategisch wichtigen Bereichen: der neu hochgefahrenen Fertigung der 4680‑Zellen sowie der angrenzenden Werkslogistik.

Der Einsatz humanoider Roboter in Deutschland ist jedoch nicht nur ein technologisches Experiment, sondern auch ein regulatorisches. Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) sowie die Norm ISO 10218 für kollaborative Robotik setzen strenge Sicherheitsanforderungen. Tesla muss für jeden Schritt Abstimmungen vornehmen, was das übliche hohe Innovationstempo des Unternehmens bremsen könnte. Parallel laufen Gespräche mit dem Betriebsrat über die zukünftige Rolle solcher Systeme neben der menschlichen Belegschaft.

Für die Industrie ist der Schritt dennoch bedeutsam. Elon Musk hatte wiederholt angekündigt, dass humanoide Roboter langfristig große Teile der Produktion übernehmen könnten. Die nun gestarteten Tests in Grünheide gelten als erster praktischer Nachweis, dass Tesla diese Vision in Europa aktiv verfolgt – wenn auch unter engen Auflagen und in klar begrenzten Bereichen.

Wie schnell Optimus skaliert werden kann, hängt nun von Sicherheitsfreigaben, der Akzeptanz im Werk und den Ergebnissen der Pilotphase ab. Tesla betont, dass es sich um einen frühen Testlauf handelt, dessen Ergebnisse über die nächsten Schritte entscheiden.

Tesla hat diese Information aus Grünheide gezielt nur an ausgewählte Spezial-Medien gegeben. Es gibt keine öffentliche Pressemitteilung und keinen X/Twitter‑Post.

Meißen News
Artikel von

Meißen News

Meißen News ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media