Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Meißen News

Sieben Millionen teure neue Rettungswache Großenhain eingeweiht

Sieben Millionen teure neue Rettungswache Großenhain eingeweiht
Einweihung der neuen Rettungswache. Foto: Matthias Fischer
Von: Meißen News
Die neue Rettungswache Großenhain ist offiziell eingeweiht. Der moderne Neubau verbessert Abläufe, Energieeffizienz und Arbeitsbedingungen.

Großenhain hat seine neue Rettungswache nun auch offiziell: Mit einer feierlichen Einweihung und Segnung ist der Neubau an der Hohen Straße am Mittwoch symbolisch in den Regelbetrieb übergeben worden. Entstanden ist zwischen Februar 2024 und September 2025 ein modernes, zweigeschossiges Gebäude, das die Arbeitsbedingungen für die Einsatzkräfte spürbar verbessern soll. Landrat Ralf Hänsel sprach von einem „einladenden, freundlichen Arbeitsumfeld“ – als Anerkennung für alle, die sich für die anspruchsvolle Tätigkeit im Rettungsdienst entscheiden. das teilte das Landratsamt mit. 

Moderne Flächen für Einsatz, Hygiene und Ausbildung

Der Neubau ist klar nach Funktion gegliedert. Im Erdgeschoss liegen die einsatznahen Bereiche: Eine Garage mit fünf Stellplätzen, eine Waschhalle sowie ein Dekontaminationsbereich für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zusätzlich wurden Funktionsräume wie Medikamentenlager, Logistikraum und Hausanschlussräume integriert. Im Obergeschoss sind Umkleiden, Aufenthalts- und Ruheräume sowie Verwaltungsbereiche untergebracht. Ergänzt wird das Raumprogramm durch einen Ausbildungsraum, der Fortbildungen und Unterweisungen direkt am Standort ermöglicht.

Mehr aus dieser Kategorie

Damit reagiert der Landkreis Meißen auf Anforderungen, die in Rettungswachen zunehmend an Bedeutung gewinnen: kurze Wege, eindeutige Abläufe, ausreichende Hygienezonen und Räume für Regeneration zwischen Einsätzen. Für den täglichen Betrieb im 24-Stunden-Dienst sollen so bessere Voraussetzungen entstehen – sowohl für die Einsatzqualität als auch für die Gesundheit der Beschäftigten.

Klima- und Energieeffizienz als Planungsmaßstab

Neben Aussehen, Funktionalität und Wirtschaftlichkeit spielten Umwelt- und Klimaschutz sowie Energieeffizienz eine zentrale Rolle. Beheizt wird das Gebäude über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Eine Lüftungsanlage mit Kühlung und eine Fußbodenheizung sollen für ein konstantes Raumklima sorgen. Auf dem Dach wurde eine Photovoltaik-Anlage installiert. Zudem ist die Rettungswache mit einer Netzersatzanlage ausgestattet, um auch bei Stromausfällen handlungsfähig zu bleiben.

Gerade in kritischer Infrastruktur wie dem Rettungsdienst ist die Ausfallsicherheit ein wichtiges Kriterium. Mit der technischen Ausstattung zielt der Neubau darauf ab, Stabilität im Betrieb zu gewährleisten und gleichzeitig die Energiekosten langfristig zu senken.

Warum ein Neubau nötig wurde

Der Schritt weg vom bisherigen Standort in der Bobersbergstraße war nach Angaben des Landkreises unausweichlich. Die bisherige Rettungswache entsprach hinsichtlich Platzbedarf, technischer Ausstattung sowie einzuhaltender DIN- und Arbeitsschutznormen nicht mehr den modernen Anforderungen. Der Kreistag Meißen beschloss deshalb im Dezember 2021 den Bau einer neuen Wache auf einem landkreiseigenen Grundstück in der Hohen Straße.

Die Investitionssumme bezifferte Landrat Hänsel mit rund sieben Millionen Euro. Das sei ein hoher Betrag, „aber gleichwohl gut investiertes Geld“, sagte er. Die neue Rettungswache Großenhain sei ein Meilenstein zur Sicherung der hohen Qualität des Rettungsdienstes im Landkreis Meißen. Die Refinanzierung erfolgt über die Kostenträger des Rettungsdienstes, also die Krankenkassen.

Versorgung für Großenhain und vier Gemeinden

Mieter und Leistungserbringer ist aktuell der Malteser Rettungsdienst. Zum Versorgungsbereich der Rettungswache gehören die Stadt Großenhain sowie die Gemeinden Ebersbach, Lampertswalde, Nünchritz und Priestewitz. In diesem Gebiet leben rund 23.000 Menschen auf etwa 200 Quadratkilometern. Rund 39 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes e. V. stellen die Versorgung sicher, wenn schnelle Hilfe bei Verletzungen oder akuten Erkrankungen benötigt wird.

Für Einsätze stehen zwei Krankentransportwagen, zwei Rettungswagen, ein Noteinsatzfahrzeug sowie drei Reservefahrzeuge zur Verfügung. Damit bildet die Wache einen wichtigen Knotenpunkt in der rettungsdienstlichen Versorgung des nördlichen Landkreisgebiets.

Teil einer landkreisweiten Ausbauplanung

Der Landkreis Meißen betreibt als Träger des Rettungsdienstes derzeit neun Rettungswachen mit acht Außenstellen. In den vergangenen Jahren wurden bereits neue Standorte in Thiendorf, Moritzburg, Lommatzsch und Riesa fertiggestellt. Gleichzeitig sind weitere Projekte angekündigt: In den nächsten Jahren sollen drei zusätzliche Rettungswachen in Ebersbach, Priestewitz und Klipphausen entstehen. Außerdem plant der Landkreis, die Vorhaltezeiten in vorhandenen Wachen zu erweitern, um die Einsatzbereitschaft in bestimmten Zeitfenstern zu erhöhen.

Die Einweihung in Großenhain ist damit nicht nur ein lokales Ereignis, sondern Teil einer strategischen Entwicklung, die auf verlässliche Strukturen, bessere Arbeitsbedingungen und stabile Versorgungsqualität abzielt.

Dank für die Bauphase und Segnung des Gebäudes

Michael Höhne, Leiter des Rettungsdienstes des Malteser Hilfsdienstes e. V., dankte in seinem Grußwort für die kurze Bauphase und das durchdachte Gebäude. Er wertete den Neubau ausdrücklich als Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit der Beschäftigten. Seit der Inbetriebnahme im Dezember 2025 hätten die Teams die neue Rettungswache erprobt und die Abläufe vorbereitet – nun sei ein konzentriertes und effizientes Arbeiten möglich.

Im Anschluss an die Redebeiträge segnete Diakon Patrick Spiegel das Gebäude ein. Danach konnten Gäste und Beteiligte die neuen Räumlichkeiten bei einem Rundgang besichtigen.

Ehrung für Dr. Ingo Schmieder

Vor der Besichtigung stand zudem eine Auszeichnung im Mittelpunkt: Landrat Hänsel ehrte Dr. Ingo Schmieder für mehr als 25 Jahre rettungsdienstliche Tätigkeit. Im Namen des Sächsischen Staatsministers für Inneres verlieh er ihm das Helfer-Ehrenzeichen des Freistaates Sachsen in Silber. Die Würdigung unterstrich den Charakter der Veranstaltung: Neben Gebäuden und Technik standen Menschen im Fokus, die den Rettungsdienst täglich tragen.

Meißen News
Artikel von

Meißen News

Meißen News ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media