Eines der elf sächsischen Warenhäuser des deutsch-jüdischen Konzerns Schocken stand in Meißen. Das Haus ist im Zweiten Weltkrieg zerstört worden – im Gegensatz zu sieben erhaltenen Bauten an anderen Standorten. Genau diese regionale Spur macht die neue digitale Ausstellung des Staatlichen Museums für Archäologie Chemnitz (smac) auch für den Landkreis relevant: Seit heute ist „Die Schocken-Kaufhäuser in Sachsen: ‚Wegen Arisierung geschlossen‘ – Eine jüdische Erfolgsgeschichte wird ausradiert“ unter https://schocken-in-sachsen.de/ online.
Die Plattform beruht auf monatelanger Aktenarbeit, vor allem im Staatsarchiv Chemnitz. Sie ergänzt die analogen Ausstellungen zur Geschichte des smac-Gebäudes selbst – dem ehemaligen Kaufhaus Schocken in Chemnitz – und ist ein Beitrag zum Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026 (TACHELES).
Direktorin Dr. Sabine Wolfram betont die Verantwortung, die mit dem Museumseinzug ins ehemalige Warenhaus einhergeht: Das Haus sei Teil der Identität des smac. Die digitale Schau erzähle die NS-Zeit nicht über ein einzelnes Lebensschicksal oder über Schlachten, sondern begleite ein Unternehmen durch den Terror.