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Neun Wolfsrisse im Kreis Meißen: Warnung vor der Hauptrisikozeit

Neun Wolfsrisse im Kreis Meißen: Warnung vor der Hauptrisikozeit
Symbolbild Wolf / pixabay WorldInMyEyes
Von: Meißen News
Neun bestätigte Wolfsrisse in Ebersbach, Radeburg, Thiendorf und Lampertswalde. Die August-Zahlen steigen. So schützen Halter ihre Tiere – mit 100 Prozent Förderung.

Im Landkreis Meißen hat die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) seit Anfang August bereits neun Wolfsübergriffe auf Weidetiere bestätigt. Betroffen sind die Gemeinden Ebersbach, Radeburg, Thiendorf und Lampertswalde. In allen Fällen gilt der Wolf als Verursacher. Unter den gerissenen Tieren war auch ein Kalb. Sechs der acht betroffenen Schafherden erfüllten nach Angaben der Behörde die Kriterien des Mindestschutzes – ein Hinweis darauf, dass einzelne Wölfe stromführende Zäune offenbar bereits durch Springen überwinden.

Damit steht Meißen am Beginn der saisonalen Hauptrisikozeit im Mittelpunkt. Landesweit hat sich das Bild im August weiter verschärft: Nach 18 gemeldeten Schadensereignissen im Juli stieg die Zahl bis zum Stichtag 26. August auf 27. Das sind zehn Meldungen mehr als im gesamten August des Vorjahres. Von insgesamt 45 Fällen seit Juli konnte der Wolf bisher in 31 Fällen bestätigt werden. Auffällig: Drei Viertel der betroffenen Herden waren nicht ausreichend geschützt.

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Weitere Schwerpunkte liegen im Schönfelder Hochland bei Dresden (Rudel Dresdner Heide) sowie zwischen Bischofswerda, Wilthen und Bautzen (Territorium Tautewalde). Dort war der Mindestschutz nur in wenigen Fällen erfüllt.

Die Fachstelle Wolf empfiehlt, Schutzmaßnahmen jetzt zu überprüfen – bevor die Risszahlen im Spätsommer und Herbst erfahrungsgemäß weiter steigen. Bewährt sind regelmäßig kontrollierte Elektrozäune mit sicherem Bodenabschluss oder Untergrabschutz. Wo möglich, reduziert die nächtliche Einstallung das Risiko zusätzlich. Für Schafe und Ziegen gelten unter anderem stromführende Netze oder Litzenzäune mit mindestens 105 Zentimetern Höhe. Haben Wölfe gelernt, Zäune zu überspringen, rät die Behörde zu mindestens 4.000 Volt auf dem gesamten Zaun plus einem beweglichen Flatterband etwa 30 Zentimeter oberhalb als optische Barriere.

Präventive Herdenschutzmaßnahmen werden in Sachsen zu 100 Prozent über die Förderrichtlinie „Natürliches Erbe“ gefördert. Gewerbliche und Hobbyhalter können eine kostenfreie Einzelberatung der Fachstelle Wolf in Anspruch nehmen. Verdachtsfälle sollen innerhalb von 24 Stunden über die Hotline 0800 555 0 666 gemeldet werden.

Hintergrund: Nutztiere machen nur etwa ein bis zwei Prozent der Wolfsnahrung aus. Die meisten Übergriffe fallen ins zweite Halbjahr, weil heranwachsende Welpen mehr fressen müssen, während Reh, Rot- und Schwarzwild im Spätsommer schwerer zu erbeuten sind. Ungeschützte Schafe und Ziegen werden dann zur vergleichsweise leichten Beute.

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