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Schloss Wackerbarth pflanzt in Weinböhla pilzresistente Rebsorten an

Schloss Wackerbarth pflanzt in Weinböhla pilzresistente Rebsorten an
Eine GPS-gesteuerte Pflanzmaschine übernimmt das Setzen der Reben. Foto: Mallek
Von: Meißen News
Schloss Wackerbarth setzt 5.500 pilzwiderstandsfähige Reben in Weinböhla, darunter die Sorten Blütenmuskateller und Merlot Khorus. Ehe der Wein aber im Glas ist, vergehen noch fünf Jahre.

Im sächsischen Elbtal pflegen die heimischen Winzer ihre ganz eigene Maitradition – das Setzen neuer Reben. Schloss Wackerbarth pflanzt in diesem Jahr insgesamt 5.500 Jungreben auf einem Weinberg in Weinböhla. Auf einer 1,4 Hektar großen Fläche wachsen künftig die beiden pilzwiderstandsfähigen Sorten „Blütenmuskateller“ und zum ersten Mal in Sachsen auch „Merlot Khorus“. Mit dieser Neupflanzung testet das Sächsische Staatsweingut, wie sich die beiden modernen PIWI-Sorten im hiesigen Klima entwickeln und welches Potenzial sie für den Weinbau im Elbtal zukünftig haben. Das teilte das Unternehmen am Montag mit.

Der aromatische Blütenmuskateller entstand 1947 und wächst heute unter anderem in Österreich auf einer Fläche von über 123 Hektar – erfreut sich aber auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Die weiße Rebsorte ist eine Kreuzung aus den Sorten Severnyj und Muscat Blanc. Sie treibt spät aus und ist weniger anfällig für Spätfröste. Im Glas zeigt sich der fruchtige Weißwein mit einem feinen Blütenduft und Aromen von Muskat. Merlot Khorus entstand vor etwas mehr als 20 Jahren in Italien aus dem Merlot, einer der weltweit beliebtesten Rotweinsorten. Die Neuzüchtung ist wie der Blütenmuskateller sehr widerstandsfähig gegen Frost und wird heute bereits vereinzelt im Schweizer Kanton Tessin angebaut. Im Glas zeigt sich der Merlot Khorus als fruchtbetonter Rotwein.

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Früher dauerte es mehrere Tage, einen 1,4 Hektar großen Weinberg aufzureben. Heute setzt eine moderne, GPS-gesteuerte Pflanzmaschine die 4.000 Blütenmuskateller-Reben und 1.500 Merlot Khorus-Jungreben innerhalb von wenigen Stunden zielgenau in den Boden. Doch nicht alles lässt sich technisch beschleunigen. Wackerbarths Winzer sind auch heute noch an den Takt der Natur gebunden: Bevor die neuen Sorten ihr volles Potenzial im Glas zeigen können, braucht es Zeit und Geduld. In den ersten drei Jahren steht der Aufbau eines kräftigen und gesunden Rebstocks im Vordergrund. Er ist die Grundlage dafür, dass die Reben über Jahrzehnte den gewünschten Ertrag und die hohe Qualität liefern.

Voraussichtlich im Herbst 2029 erntet Schloss Wackerbarth erstmals die roten und weißen Trauben der jetzt neu gepflanzten Stöcke. Ehe der Wein also im Glas ist, vergehen noch fünf Jahre.

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