Er kennt sich aus mit Militärgeschichte. Der ehemalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat dieser Tage die Offizierschule des Heeres in Dresden besucht. Das teilte die Bundeswehr mit. Begrüßt wurde er vom Kommandeur Brigadegeneral Stephan Willer. Im Mittelpunkt des Besuchs stand ein Thema etwas abseits der aktuellen Lage: Wie können Einsatzerfahrungen der Bundeswehr systematisch bewahrt und für Ausbildung und Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden? Es geht also um Militärgeschichte.
Hauptfeldwebel d. R. Sascha und Stabsgefreiter d. R. Matthias arbeiten derzeit an einer militärgeschichtlichen Sammlung, die den Einsatz der Panzergrenadierbrigade 37 aus Frankenberg in der ISAF-Mission in Afghanistan dokumentieren soll. Ziel ist es, Erlebnisse und Einschätzungen von Soldatinnen und Soldaten zu sichern und sichtbar zu machen – nicht nur als Chronik von Ereignissen, sondern als Sammlung von Stimmen, Motiven und Rahmenbedingungen.
Als studierter Historiker legt Hauptfeldwebel d. R. Sascha einen Schwerpunkt auf die Auswertung des Afghanistan-Einsatzes. Dafür werden Interviews mit Zeitzeugen aus unterschiedlichen Perspektiven geführt: vom Mannschaftssoldaten bis hin zur politischen Leitungsebene. Auch Thomas de Maizière ist Teil dieser Interviewreihe. Damit sollen neben Eindrücken aus dem Einsatzalltag auch die damaligen Entscheidungen der politischen Führung nachvollziehbar werden.