Es ist zum Wohlfühlen. Die Runde nicht zu groß, das Licht dezent, es gibt Rotwein und einer singt Lieder. Der Mann singt angenehm dezent, nicht laut und aufdringlich. Dazu spielt er Gitarre. Und er kennt alle Strophen. Die Lieder allerdings sind für viele der Zuhörer neu. Er nennt sie Seelenlieder. Man kommt sich vor wie am Lagerfeuer.
Die Premiere von Steffen Wollmerstädts Abend unter dem Titel "Seelenlieder" am Freitag an den Landesbühnen Sachsen ist gelungen. Etwa 50 Gäste versammeln sich in der Nebenbühne Goldne Weintraube. Viele kennen ihn persönlich, es sind Russen und Ukrainer darunter. Steffen Wollmerstädt ist ein Marketingmensch. Er arbeitet an den Landesbühnen. Und Intendant Manual Schöbel ist ebenfalls erschienen, um zu schauen, was seine rechte Hand in Marketingfragen künstlerisch so drauf hat. Er wird vielleicht gestaunt haben. Eine ganze Menge nämlich.
Allein die Vielzahl der Instrumente, die er auf der Bühne aufgereiht hat, beeindrucken. Zehn Stück sind es. Zwei Gitarren, acht Blasinstrumente, ein Saxophon darunter. Den musikalischen Backgrund produziert er mit Computerhilfe. Das klappt ganz gut, auch wenn er ständig auf Knöpfe drücken muss. Sicherheitshalber hat er sich eine lange Datei mit allen Liedtexten und Textübergängen angefertigt.
