Der Rentner Ralf D. ist auch einen Tag nach einem Polizeieinsatz in Niederau geschockt. Sein Gartentor wurde am Dienstag von der Polizei aufgehebelt, ein Fahnenmast ist umgefallen. Vier wohl vermummte Uniformierte seien auf sein verschlossenes Grundstück gestürmt, berichtet er der Sächsischen Zeitung und Tag24.de. Die Beamten seien gezielt zu dem Mast gelaufen und hätten die Ukraine-Fahne heruntergeholt, die dort seit Monaten hing.
Zusätzlich habe er Angst um seinen Schäferhund gehabt, der im Haus war. Er habe befürchtet, die vermeintlichen Eindringlinge könnten auf das Tier schießen, falls es nach draußen gelaufen wäre, sagte er den Journalisten.
D. wählte den Notruf 110 und bat um Hilfe. Am Telefon sei ihm erklärt worden, es habe sich um Polizeibeamte gehandelt, die auf Grundlage eines richterlichen Beschlusses gehandelt hätten. Er erstattete online Anzeige gegen die Polizisten.
Bei der Ukraine-Fahne soll es sich um die Fahne des Asow-Bataillons handeln (mit schwarzer Sonne und Wolfsangel). In der Einheit kämpften anfangs Rechtsextremisten gegen prorussische Separatisten. Die Einheit ist heute als Regiment und Teil der Nationalgarde des Innenministeriums der Ukraine weiterhin in Kampfhandlungen verwickelt und gilt als Eliteeinheit.