Wer im Landkreis Meißen in der Landwirtschaft, im Gartenbau oder in Gewächshäusern gearbeitet hat, trägt ein erhöhtes Risiko, an Parkinson zu erkranken. Das teilte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Dresden mit. Ursache sei der langfristige Kontakt mit chemischen Pflanzenschutzmitteln, erklärte Bezirkschef Jörg Borowski.
Das durch Pestizide ausgelöste Parkinson-Syndrom ist als Berufskrankheit anerkannt. Voraussetzung ist nach Angaben der IG BAU, dass Betroffene während ihres Berufslebens mindestens 100 Tage mit Pflanzenschutzmitteln gearbeitet haben – entweder mit Fungiziden, Insektiziden oder Herbiziden. Gelänge dieser Nachweis, bestehe Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung.
Die Unterstützung durch die zuständige Berufsgenossenschaft reiche von medizinischer Behandlung bis zu finanziellen Leistungen, so Borowski. Das gelte nicht nur für frühere Beschäftigte in der Landwirtschaft, sondern auch für Menschen aus dem Garten- und Forstbereich. Vielen Betroffenen sei diese Möglichkeit jedoch nicht bekannt.