Die Traditionsbahn Radebeul e. V. nutzt die Sommerferien für ein besonderes Projekt: Der historische Oberlichtwagen 970‑316, gebaut im Jahr 1901, wird derzeit umfassend überarbeitet. Das teilte der Verein mit. Der Wagen gehört zu den ältesten erhaltenen Fahrzeugen der Schmalspurbahn und soll nach Abschluss der Arbeiten wieder für Sonderfahrten eingesetzt werden.
Zunächst mussten mehrere schadhafte Holzbretter ersetzt werden. Die jahrzehntealte Substanz war an einigen Stellen so stark angegriffen, dass eine Reparatur nicht mehr möglich war. Nach dem Austausch der Bretter erhielt der Wagen eine Behandlung mit Holzschutzmittel, um die Oberfläche zu stabilisieren und langfristig zu sichern. Anschließend konnte der erste neue Anstrich aufgetragen werden: Mahagonibraun (RAL 8016). Nach aktuellem Forschungsstand entspricht diese Farbgebung dem Erscheinungsbild des Wagens um 1912, also jener Epoche, in der die Oberlichtwagen im sächsischen Schmalspurbahnnetz weit verbreitet waren.
Wenn alles nach Plan läuft, soll der Oberlichtwagen am 23. August erstmals wieder im Einsatz sein – im Sonderzug zum Radeburger Scheunenfest. Für den Verein ist das ein wichtiger Termin, denn die Traditionsbahn präsentiert dort regelmäßig historische Fahrzeuge und zeigt, wie viel Arbeit hinter dem Erhalt der Schmalspurbahn‑Geschichte steckt.