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Nur 5 Prozent der Wohnungen im Landkreis Meißen sind altersgerecht

Nur 5 Prozent der Wohnungen im Landkreis Meißen sind altersgerecht
Die Wohnung fit fürs Alter machen: Rechtzeitig umbauen, um später zu Hause auch noch mit dem Rollstuhl klarzukommen, raten Experten. Foto: Tobias Seifert
Von: Meißen News
Von rund 133.500 Wohnungen im Landkreis Meißen sind nur etwa 6.300 wirklich altersgerecht. Das zeigt eine neue Untersuchung des Pestel-Instituts – und in den nächsten zehn Jahren gehen fast 40.000 Baby-Boomer in der Region in Rente.

Im Landkreis Meißen sind nur rund 5 Prozent aller Wohnungen so gebaut, dass ältere Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder als Pflegefall darin gut zurechtkommen. Das zeigt eine regionale Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB). Von knapp 133.500 Wohnungen im Landkreis erfüllen demnach lediglich rund 6.300 den erforderlichen Standard für das Wohnen im Alter.

Besonders gravierend ist die Situation bei Bädern: Nur 23.800 Wohnungen – gerade einmal 18 Prozent – verfügen über eine bodengleiche Dusche, die als zentrales Kriterium für altersgerechtes Wohnen gilt. 45 Prozent der Bäder im Landkreis sind zu klein. Auch in der Küche mangelt es: In rund 41.300 Wohnungen können Menschen mit einem Rollstuhl nicht wenden. Und bereits am Hauseingang scheitert es in vielen Fällen – rund 25.600 Wohnungen haben Hausflure, die für einen Rollstuhl zu schmal sind.

„In den nächsten zehn Jahren gehen im Landkreis Meißen rund 39.800 Menschen in Rente – die Baby-Boomer", erklärte BDB-Präsidentin Katharina Metzger. Der Bedarf an seniorengerechtem Wohnraum werde damit enorm steigen. „Auf Dauer ist jede altersgerechte Sanierung günstiger als ein Umzug ins Heim", betonte Metzger. Sie forderte vom Bund eine „Senioren-Umbau-Offensive" mit milliardenschweren Zuschüssen – sogenannten „Boomer-Zuschüssen" – anstelle des bestehenden, unübersichtlichen Förderdschungels aus KfW, Krankenkassen und Pflegeversicherung.

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Pestel-Institut-Leiter Matthias Günther warnte, die aktuellen staatlichen Förderquoten von zehn Prozent beim Badumbau seien „ein Placebo-Zuschuss", der keine wirksame Umbauwelle auslösen werde. Wer kurz vor der Rente stehe, scheue einen Kredit für Umbaumaßnahmen. Der Bund müsse altersgerechtes Sanieren daher zum Schwerpunkt seiner Wohnungsbaupolitik machen.

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