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Mittelsachsen zeichnet drei herausragende Denkmalretter aus

Mittelsachsen zeichnet drei herausragende Denkmalretter aus
Symbolbild Denkmalschutz / pixabay Derks24
Von: Meißen News
Der Landkreis Mittelsachsen hat seine Denkmalpreise vergeben. Geehrt wurden ein langjähriger Bürgermeister, eine engagierte Kirchturm-Initiative und ein Architektenteam mit einem besonderen Sanierungsprojekt.

Mit der Verleihung der Denkmalpreise des Landkreises Mittelsachsen ist am Sonntag in Hainichen besonderes Engagement für den Erhalt des kulturellen Erbes gewürdigt worden. Wie das Landratsamt mitteilte, erhielten Heiner Stephan aus Leisnig, die Arbeitsgruppe „Kirchturm Berthelsdorf“ sowie die Berliner Architekten Colja und Jürgen Wischnewski die Auszeichnung. Die Preisverleihung fand im Rahmen der zentralen sächsischen Eröffnung zum Tag des offenen Denkmals statt.

Landrat Sven Krüger betonte die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für den Denkmalschutz. Die Ausrichtung der zentralen Eröffnungsveranstaltung in Hainichen sei eine Anerkennung für die vielfältige Denkmallandschaft Mittelsachsens und die Menschen, die sich für deren Erhalt einsetzen. Zugleich sei es wichtig, Kinder und Jugendliche für das kulturelle Erbe zu begeistern und Verantwortung an die nächste Generation weiterzugeben.

Der Denkmalpreis des Landkreises wird seit 2005 vergeben. Seitdem wurden insgesamt 63 Auszeichnungen an Privatpersonen, Vereine, Kirchgemeinden, Planer und Unternehmen verliehen. Der Preis ist nicht mit einem Preisgeld verbunden.

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Heiner Stephan für jahrzehntelangen Einsatz in Leisnig geehrt

Mit Heiner Stephan würdigte die Jury eine Persönlichkeit, die sich seit Jahrzehnten für die historische Entwicklung der Stadt Leisnig engagiert. Als Bürgermeister von 1990 bis 2008 setzte er sich früh für den Erhalt der historischen Bausubstanz ein und arbeitete dabei eng mit der Denkmalpflege zusammen. Die Stadt erhielt in dieser Zeit unter anderem Auszeichnungen im Bundeswettbewerb Städtebaulicher Denkmalschutz.

Auch nach seiner Amtszeit blieb Stephan aktiv. Er zählt zu den Gründungsmitgliedern des Heimatvereins und engagierte sich im Förderverein Kloster Buch. Dort begleitete er unter anderem die Bewältigung der Hochwasserschäden von 2002 und 2013 sowie zahlreiche Sanierungsprojekte.

Berthelsdorfer retten ihren Kirchturm

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Arbeitsgruppe „Kirchturm Berthelsdorf“. Der markante Turm der Kirche war über Jahre von erheblichen Schäden betroffen. Nachdem 2012 sogar ein Abriss im Raum stand, formierte sich eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, die sich für den Erhalt des Wahrzeichens einsetzte. Gemeinsam mit Fachleuten entwickelte die Initiative eine denkmalgerechte und wirtschaftlich tragfähige Sanierungslösung. Heute prägt der Turm weiterhin das Ortsbild und gilt als Beispiel dafür, was ehrenamtliches Engagement bewirken kann.

Ehemalige Baumwollspinnerei in Flöha neu belebt

Der dritte Denkmalpreis ging an die Architekten Colja und Jürgen Wischnewski für ihre Arbeit auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei in Flöha. Die Umnutzung der historischen Industrieanlage zählt zu den größten Denkmalprojekten der Region. Im Mittelpunkt stand die Sanierung einer rund 8.900 Quadratmeter großen Gebäudezeile. Dort entstanden 77 Wohnungen und sechs Gewerbeeinheiten. Selbst nach einem Großbrand im Mai 2024, bei dem der Dachstuhl zerstört wurde, wurde das Projekt weitergeführt. In der Laudatio wurde besonders hervorgehoben, dass es gelungen sei, historische Bausubstanz zu bewahren und gleichzeitig neue Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen.

Mit den diesjährigen Preisträgern würdigt der Landkreis ganz unterschiedliche Formen des Denkmalengagements: kommunalpolitischen Einsatz, bürgerschaftliches Ehrenamt und anspruchsvolle Architektur. Gemeinsam haben alle Ausgezeichneten, dass sie einen Beitrag zum Erhalt historischer Bauwerke und Ortsbilder in Mittelsachsen leisten.

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