Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Meißen News

Millionen-Investition: Höffner erweitert sein Logistikzentrum in Günthersdorf

Millionen-Investition: Höffner erweitert sein Logistikzentrum in Günthersdorf
Drei Männer mit Schere: Höffner-Chef Kurt Krieger, Ministerpräsident Sven Schulze und Landrat Hartmut Handschak. Foto: Ulf Mallek
Von: Meißen News
Mit der Fertigstellung weiterer Lagerkapazitäten baut Höffner seinen Standort Günthersdorf zur zentralen Logistikdrehscheibe für Mitteldeutschland und den Onlinehandel aus. Das Unternehmen investierte über 300 Millionen Euro.

Ein Bericht von Ulf Mallek

Das Möbelhaus Höffner - auch mit einem Standort im Dresdner Elbepark -  hat sein Logistikzentrum in Günthersdorf weiter ausgebaut und damit einen der größten Möbel‑Logistikstandorte Europas geschaffen. Sachsen‑Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze informierte sich am Sonnabend über die abgeschlossenen Erweiterungen, die in den vergangenen Jahren mit Investitionen von insgesamt mehr als 300 Millionen Euro umgesetzt wurden. Gemeinsam mit Höffner Chef Kurt Krieger und dem Landrat des Saalekreises Hartmut Handschak zerschnitt er das rote Band zur Einweihung des Riesen-Projekts. 

Höffner ist seit 1999 in Günthersdorf vertreten. In den vergangenen drei Jahren flossen allein über 90 Millionen Euro in Modernisierung und Ausbau. Der Standort beschäftigt inzwischen mehr als 1.000 Mitarbeiter, darunter ab Montag 101 Auszubildende. Das Areal verfügt nun über 200.000 Lagerplätze, die nicht ausschließlich als klassische Palettenplätze genutzt werden. Stattdessen setzt Höffner auf eine Kombination aus Paletten und sogenannten Möbelboxen, die bis zu eine Tonne tragen und Maße von bis zu 2,50 mal 2,70 Metern aufnehmen können.

Mehr aus dieser Kategorie

Mehrere Teilbereiche wurden neu strukturiert oder erweitert, so das Hochregallager für Kommissionen. Die Anlage wurde schon am 25. Mai erweitert. Günthersdorf bildet die logistische Basis für die Belieferung aller Höffner‑Filialen in Mitteldeutschland. Die Erweiterung machte eine Neuorganisation der gesamten Logistikstruktur notwendig. 

Für den Paket‑ und Stückgutversand entstand ein neues Hochregallager. Hintergrund ist das starke Wachstum des Onlinegeschäfts, das eine deutliche Ausweitung der Versandkapazitäten erforderlich machte.

Am Standort betreibt das Unternehmen eine Spezialfabrik für maßgefertigte Schränke und Garderoben, die die Filialen und den Onlinehandel mit individuellen Produkten versorgt.

Im Rahmen des Zukunftsprojekts „Höffner2020“ wurden ökologische Maßnahmen deutlich ausgeweitet. Für die Umsetzung der Umweltziele war ein zusätzlicher Ausgleichsfaktor von 100.000 Quadratmetern notwendig. Die Flächen dienen der ökologischen Kompensation und wurden in das Gesamtareal integriert.

Ministerpräsident Schulze nutzte den Termin, um die Bedeutung des Standorts für Sachsen‑Anhalt hervorzuheben. Die Investitionen zeigten, dass sich das Land wirtschaftlich positiv entwickle. Schulze stellt sich am 6. September 2026 der Wiederwahl.

Unternehmer sieht Verantwortung gegenüber Beschäftigten

Unternehmensgründer Kurt Krieger betonte, dass die Investitionen trotz schwieriger Branchenlage notwendig seien. Die Möbelbranche verzeichnet seit Jahren rückläufige Umsätze, gleichzeitig wächst der Wettbewerbsdruck durch den Onlinehandel. Während die Möbelbranche seit Jahren mit Umsatzrückgängen kämpft – von 30 Milliarden Euro im Jahr 2002 auf 20 Milliarden Euro im Jahr 2025, bei gleichzeitiger Erhöhung aller Einzelhandelsumsätze um die Hälfte –, geht Höffner den entgegengesetzten Weg. Er  sieht die Erweiterungen als Verpflichtung gegenüber den Beschäftigten und als Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

Laut Schätzungen des Wirtschaftsmagazins Forbes zählt Kurt Krieger mit einem Vermögen von rund 1,4 Milliarden US‑Dollar zu den vermögendsten Unternehmern der deutschen Möbelbranche. Offizielle Angaben gibt es aber nicht. Zur Krieger-Gruppe gehören Höffner, Sconto und Möbel Kraft. Zudem wurde Möbel Walther in Siebenlehn übernommen. 

Meißen News
Artikel von

Meißen News

Meißen News ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media