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Laußnitzer Heide: Munitionslager weicht Fledermäusen

Laußnitzer Heide: Munitionslager weicht Fledermäusen
Der letzte verblieben Postenturm: Hier nisten jetzt Fledermäuse. Foto:SIB/ZFM
Aus Betonflächen wird wieder Natur: In Würschnitz ist ein ehemaliges Depot verschwunden. Doch ein Fund aus dem Boden sorgt für Aufmerksamkeit.

In der Laußnitzer Heide ist ein früheres Munitionslager bei Würschnitz weitgehend zurückgebaut worden. Das Zentrale Flächenmanagement Sachsen (ZFM) teilte mit, dass seit 2023 mehr als 50 Lagergebäude abgerissen und große versiegelte Flächen entfernt wurden. Ziel ist eine Ökokontomaßnahme, die Naturflächen aufwertet und über sogenannte Ökopunkte refinanziert wird. Die Kosten liegen laut ZFM bei rund 1,5 Millionen Euro.

Nach Angaben des ZFM wurden rund 23.000 Kubikmeter umbauter Raum beseitigt. Zusätzlich verschwanden Gruben, Mauern und Zäune; etwa 16.000 Quadratmeter Beton- und Asphaltflächen wurden entsiegelt. Unterirdische Bunker- und Tunnelanlagen sowie ein Wachturm blieben hingegen erhalten. In den verbliebenen Strukturen entstanden den Angaben zufolge fast 1.000 Quartiere für Fledermäuse. Außerdem wurden 20 Habitate für Reptilien angelegt. Während der Arbeiten stellte das ZFM nach eigenen Angaben mehr als 4.000 Meter Schutzzäune auf, um Tiere zu schützen.

Für Aufmerksamkeit sorgte ein weiterer Punkt der Maßnahme: Beim Ausbau eines Sickerschachtes seien mehr als 2.000 Panzergranaten gefunden worden, teilte das ZFM mit. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst habe die Munition geborgen; es habe sich um unscharfe Übungsmunition sowjetischer Bauart gehandelt.

Die Laußnitzer Heide liegt wenige Kilometer nördlich von Dresden zwischen Ottendorf-Okrilla und Königsbrück. Das rund 50 Quadratkilometer große Waldgebiet mit Hügeln, Waldmooren und Heideland gilt als vergleichsweise wenig frequentiert. In der DDR-Zeit fügten sowjetische Streitkräfte dem Gebiet nach Darstellung des ZFM Schäden zu. Im westlichen Teil entstand zudem eine gesicherte Versorgungsbasis, in der große Munitionsbestände der Deutschen Volkspolizei lagerten. Nach dem Ende der DDR wurde das Gelände noch zur Aufbewahrung von Sprengstoff genutzt.

Einen Teil der Ökopunkte verkauft das ZFM nach eigenen Angaben an die Straßenbauverwaltung – unter anderem zur Kompensation mehrerer Radwegebaumaßnahmen.