Nach Berichten über mehrere Infektionen mit dem südamerikanischen Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff „MS Hondius“ hat das zuständige Gesundheitsamt im Landratsamt Freiberg für eine Person aus Mittelsachsen eine sechswöchige Quarantäne angeordnet. Das teilte die Behörde am Dienstag mit.
Die betroffene Person hatte sich an Bord des Schiffes aufgehalten, auf dem mehrere Fälle des sogenannten Andesvirus festgestellt worden waren. Inzwischen haben alle Passagiere das Kreuzfahrtschiff verlassen. Die Person aus Mittelsachsen wurde nach Angaben des Gesundheitsamtes unter strengen Hygienestandards mit einem medizinischen Spezialtransport an ihren Wohnort zurückgebracht.
Während der sechswöchigen Quarantäne steht das Gesundheitsamt regelmäßig mit der betroffenen Person in Kontakt. Nach aktuellen Angaben geht es ihr gut. Sollten dennoch Krankheitssymptome auftreten, seien entsprechende medizinische Behandlungspläne vorbereitet.
Eine Gefahr für die Bevölkerung sieht das Gesundheitsamt derzeit nicht. Auch das Robert-Koch-Institut verweist darauf, dass eine Übertragung des Andesvirus von Mensch zu Mensch nur in seltenen Fällen und bei sehr engem Kontakt möglich ist. Die Inkubationszeit von Hantaviren beträgt demnach typischerweise zwei bis vier Wochen, kann im Einzelfall jedoch auch kürzer oder deutlich länger sein.