Ein Bericht von Bürgerjournalistin Ostara Jasmin Hennig
Der Veranstaltungsort passte gut zum Abend: Die Jahnhalle auf dem Jüdenberg, vis à vis zur Albrechtsburg, ist ein Jugendstilbau, der 1895 vom Turnverein „Frisch auf Meißen” errichtet wurde — gegründet von den Malern der Porzellan-Manufaktur.2005 wegen massiven Hausschwammbefalls gesperrt, drohte ihr lange der Abriss. Seit Mai 2025 steht die denkmalgeschützte Halle nach aufwendiger Sanierung durch die Bürgerstiftung Meißen wieder als lebendiger Treffpunkt für alle Generationen offen. 
Um 18:30 Uhr am Samstag begann die Veranstaltung des diesjährigen Meißner Literaturfestes. Doch schon 19 Minuten zuvor hatte Günther Anton Krabbenhöft eine erste kleine Sensation vermeldet: Alle mitgebrachten Exemplare seines Buches waren bereits ausverkauft, noch ehe er auch nur eine Zeile vorgelesen hatte.

Ausverkaufte Lesung in der Jahnhalle.
Krabbenhöft, Jahrgang 1945, wurde mit rund siebzig Jahren über Nacht berühmt, als ein Tourist ihn auf einem Berliner U-Bahnhof fotografierte. Das Bild wurde millionenfach geteilt. Der gelernte Koch, der rund 50 Jahre in diesem Beruf arbeitete, lebt seit den 1970er Jahren in Berlin. Mit Anfang siebzig entdeckte er seine Liebe zum Rave und wächst seither mit einer rasant wachsenden Fangemeinde. Doch an diesem Abend in Meißen war er weder als Internetphänomen noch als schrille Figur zu erleben, sondern als nachdenklicher, warmherziger Erzähler.