Man sagt ja gerne, man sei so jung, wie man sich fühlt. In der Bundesgeschäftsstelle der Meißner CDU Senioren-Union scheint man dieses Motto nun auf ein völlig neues, bürokratisches Level gehoben zu haben. Wer bisher dachte, der immer wieder lohnenswerte Zutritt zum exklusiven Club unserer „Generation 60+“ erfordere zwingend graue Schläfen oder zumindest das Wissen, wie man ein Wählscheibentelefon bedient, wird nun eines Besseren belehrt.
Das aktuelle Aufnahmeformular der Senioren-Union ist nämlich ein wahres Wunderwerk der Inklusion. Während die Vorderseite noch pflichtbewusst nach der CDU-Mitgliedschaft, Anschrift, Beruf, Schuhgröße und dem rüstigen Alter fragt, öffnet die Rückseite das Tor zu einer völlig neuen Welt. Dort finden sich – man glaubt es kaum – Rubriken für Schüler, Studenten, Auszubildende und Arbeitslose.
Offenbar hat die Bundesgeschäftsstelle den demografischen Wandel nicht nur verstanden, sondern proaktiv überholt. Warum erst mit 60 beitreten, wenn man schon als Erstklässler die Vorzüge einer gepflegten Diskussionsrunde über die Rentenanpassung oder den Enkeltrick genießen kann? Es hat eine bestechende Logik: Wer heute als Azubi eintritt, hat bis zum tatsächlichen Seniorenalter die Satzung garantiert auswendig gelernt.