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Freiberger OB darf seine Amtsgeschäfte nicht mehr ausüben

Freiberger OB darf seine Amtsgeschäfte nicht mehr ausüben
Jetzt ist Aufregung in Freiberg. Foto: Stadt Freiberg
Von: Meißen News
Die Polizei bestätigte eine richterlich angeordnete Blutentnahme bei OB Philipp Preißler. Landrat Krüger spricht über mögliche Konsequenzen und persönliche Sorgen.

Update, Montag, 10. August 2026, 18 Uhr: Freibergs Oberbürgermeister Philipp Preißler (Freie Wähler) darf sein Amt nicht mehr ausüben. Das teilte der Landrat von Mittelsachsen, Sven Krüger (parteilos), am Montagnachmittag in einer Pressekonferenz in Freiberg mit. Die Dienstgeschäfte wird ab sofort Bürgermeister Martin Seltmann (parteilos) übernehmen, der schon vor dem Amtsantritt von Philipp Preißler die Geschäfte übergangsweise führte. Die Entscheidung ist das Ergebnis von Gesprächen von Vertretern der Kommunalaufsicht, der Landesdirektion Sachsen und der Stadt Freiberg. Das meldeten die Freie Presse und die Ostdeutsche Allgemeine. Die Schwelle, sein Amt zu verlieren, liegt jedoch hoch. Ein vom Volk gewählter Beamter scheidet erst dann zwangsweise aus, wenn er rechtskräftig zu mehr als einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt wird.

In der Affäre um den Freiberger Oberbürgermeister Philipp Preißler hat die Polizeidirektion Leipzig einen Bluttest bestätigt. Das teilte Polizeisrecher Olaf Hoppe am Montag der Freien Presse mit. „Die Blutentnahme wurde richterlich angeordnet und durchgeführt“, so Hoppe. Angaben zum Zweck der Maßnahme oder zu möglichen Drogen‑ oder Alkoholeinflüssen beim Vorfall am 6. August in einem Leipziger Hotel machte die Polizei mit Verweis auf laufende Ermittlungen nicht.

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Parallel dazu bereitet der Landkreis Mittelsachsen mögliche verwaltungsrechtliche Schritte vor. Landrat Sven Krüger erklärte im Interview mit der Freien Presse, dass am Montag eine rechtliche Expertise zum Beamtenstatus des Oberbürgermeisters vorliegen soll. Krüger betonte, die Stadt Freiberg müsse trotz der Querelen handlungsfähig bleiben: „Gemeinsam mit der Stadt müssen wir schnell klare und stabile Verhältnisse schaffen.“

Krüger, der Preißler aus dessen Zeit als Büroleiter im Freiberger Rathaus kennt, zeigte sich persönlich betroffen. Er habe Preißler als „verlässlichen und loyalen Kollegen“ erlebt. Die Ereignisse in Leipzig seien für ihn „nicht entschuldbar“, dennoch mache er sich Sorgen: „Philipp Preißler braucht Hilfe. Offensichtlich braucht er medizinische Hilfe.“ Der Oberbürgermeister sei derzeit nicht erreichbar.

Die Kommunalaufsicht stehe in engem Austausch mit der Stadt Freiberg. Krüger kündigte ein Treffen mit Bürgermeister Martin Seltmann an, der Preißler derzeit vertritt. Ziel sei es, die Verwaltung arbeitsfähig zu halten und mögliche Konsequenzen zu prüfen. In Freiberg wächst unterdessen der politische Druck: Mehrere Fraktionen fordern Transparenz, eine Fraktion sogar Neuwahlen.

Preißler war erst Ende Juni nach einem langen Rechtsstreit offiziell ins Amt gekommen. Der parteilose Politiker war von den Freien Wählern Mittelsachsen nominiert worden und hatte die Wahl im Oktober 2025 gewonnen. Er befand sich angeblich nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt, seit Anfang Juli, bereits im Urlaub.

Die Polizei ermittelt weiter zu den Vorgängen im Leipziger Hotel. Details zum Einsatz, der am Abend des 6. August stattfand und zu einer zeitweisen Sperrung der Nikolaistraße führte, wurden bislang nicht veröffentlicht.

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