Es wird immer mysteriöser. In der Affäre um Freibergs Oberbürgermeister Philipp Preißler kommen neue Details ans Licht. Nach Informationen der Freien Presse gab es bereits Mitte Juli – also rund drei Wochen vor dem Polizeieinsatz am 6. August in Leipzig – Unklarheiten über seinen tatsächlichen Dienstantritt. Stadtverwaltung und Landkreis sollen versucht haben zu klären, wann und wie Preißler seine Arbeit als Oberbürgermeister aufnimmt.
Demnach war Preißler schon im Juli schwer erreichbar, Termine sollen ausgefallen sein, Absprachen blieben unbeantwortet. Die Verwaltung habe teilweise nicht gewusst, wo sich der Oberbürgermeister aufhält. Damit wird deutlich: Die Krise begann nicht erst mit dem Polizeieinsatz, sondern hatte bereits zuvor eine Vorgeschichte. Auch seltsam: Auf der Webseite der Stadt Freiberg gibt es zwar ein Foto von Bürgermeister Seltmann, nicht aber eins vom Oberbürgermeister.
Der Landkreis Mittelsachsen hatte nach dem Leipziger Vorfall am 6. August, Preißler randalierte in einem Leipziger Hotel, ein vorläufiges Dienstverbot ausgesprochen und eine rechtliche Prüfung seines Beamtenstatus eingeleitet. Ergebnisse dieser Prüfung stehen weiterhin aus. Auch die Polizei Leipzig äußert sich nicht zu möglichen Ergebnissen des richterlich angeordneten Bluttests. Ob Alkohol oder Drogen eine Rolle spielten, bleibt offen.