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Ein Parteiloser gewinnt die Landratswahl in Meißens Nachbarkreis

Ein Parteiloser gewinnt die Landratswahl in Meißens Nachbarkreis
Der neue parteilose Landrat Marcel Schmidt (37). Foto: privat
Von: Meißen News
Überraschend setzt sich Marcel Schmidt im Landkreis Elbe-Elster gegen den CDU-Amtsinhaber durch. Es ging auch um die Krankenhausstruktur. Die AfD wurde richtig abgeschlagen.

Am Ende war die Stichwahl eindeutig - und eine Überraschung. Zum neuen Landrat im Elbe-Elster-Kreis, nördlicher Nachbar des Landkreises Meißen, wurde der 37-jährige der gelernte Lackierer Marcel Schmidt (parteilos) aus Hirschfeld gewählt. Er erhielt 64,5 Prozent der Stimmen, CDU-Amtsinhaber Christian Jaschinski nur 35,5. Nach dem ersten Wahlgang hatte Jaschinski noch knapp vorn gelegen, während Schmidt sein Ergebnis aus der ersten Wahl mehr als verdoppeln konnte. Die Wahlbeteiligung lag bei über 49 Prozent.

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Überraschend war das recht schwache Abschneiden des AfD-Kandidaten Norbert Kleinwächter. Kleinwächter kam nur auf 27,6 Prozent der Stimmen, erreichte nicht die Stichwahl. Offenbar haben sich in der Stichwahl viele Kleinwächter-Wähler für Marcel Schmidt entschieden, denn der amtierende Landrat konnte seine Stimmenbasis aus dem ersten Wahlgang nicht sehr vergrößern.

Große Bedeutung für die Wahl hatte die Krankenhausstruktur im Landkreis. Die Frage stand, ob statt der bisherigen Elbe-Elster-Klinik mit den Standorten in Herzberg, Finsterwalde und Elsterwerda mit insgesamt 1.000 Beschäftigten eine Zentralklinik in Herzberg für 307 Millionen geschaffen werden solle. Die Krankenkassen hatten bereits ihre Zustimmung mitgeteilt und das Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Brandenburg hat das Vorhaben positiv geprüft. Der bisherige Landrat Jaschinski setzte sich dafür ein, dieses neue Zentralklinikum mit 300 Betten zu schaffen, das wohl in Doberlug-Kirchhain angesiedelt werden sollte. Dort sollten Notfallversorgung, Intensivmedizin, Diagnostik und Geburtshilfe gebündelt werden. Die drei bisherigen Krankenhausstandorte in Herzberg, Finsterwalde und Elsterwerda sollten dagegen zu wohnortnahen Gesundheitszentren umgestaltet werden. Denn aus Sicht von Jaschinski würde ein „weiter so“ die wirtschaftliche Existenz aller drei Häuser gefährden.

Das sahen die Wähler aber anders und wählten Schmidt, der sich weitaus vorsichtiger äußerte: "Ein Krankenhausneubau in 8-10 Jahren mag ein wichtiges Zukunftsprojekt sein, doch wir dürfen die bestehenden Standorte nicht aus dem Blick verlieren. Gute Gesundheitsvorsorge darf kein Versprechen für morgen sein, sie muss heute spürbar verbessert werden. Gerade in Zeiten einer angespannten Haushaltslage brauchen wir eine faire und durchdachte Verteilung von Personal, Strukturen und Gehältern. Denn nur mit Augenmaß und Gerechtigkeit schaffen wir Akzeptanz bei den Beschäftigten ebenso wie in der Bevölkerung."

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