Am Ende war die Stichwahl eindeutig - und eine Überraschung. Zum neuen Landrat im Elbe-Elster-Kreis, nördlicher Nachbar des Landkreises Meißen, wurde der 37-jährige der gelernte Lackierer Marcel Schmidt (parteilos) aus Hirschfeld gewählt. Er erhielt 64,5 Prozent der Stimmen, CDU-Amtsinhaber Christian Jaschinski nur 35,5. Nach dem ersten Wahlgang hatte Jaschinski noch knapp vorn gelegen, während Schmidt sein Ergebnis aus der ersten Wahl mehr als verdoppeln konnte. Die Wahlbeteiligung lag bei über 49 Prozent.
Große Bedeutung für die Wahl hatte die Krankenhausstruktur im Landkreis. Die Frage stand, ob statt der bisherigen Elbe-Elster-Klinik mit den Standorten in Herzberg, Finsterwalde und Elsterwerda mit insgesamt 1.000 Beschäftigten eine Zentralklinik in Herzberg für 307 Millionen geschaffen werden solle. Die Krankenkassen hatten bereits ihre Zustimmung mitgeteilt und das Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Brandenburg hat das Vorhaben positiv geprüft. Der bisherige Landrat Jaschinski setzte sich dafür ein, dieses neue Zentralklinikum mit 300 Betten zu schaffen, das wohl in Doberlug-Kirchhain angesiedelt werden sollte. Dort sollten Notfallversorgung, Intensivmedizin, Diagnostik und Geburtshilfe gebündelt werden. Die drei bisherigen Krankenhausstandorte in Herzberg, Finsterwalde und Elsterwerda sollten dagegen zu wohnortnahen Gesundheitszentren umgestaltet werden. Denn aus Sicht von Jaschinski würde ein „weiter so“ die wirtschaftliche Existenz aller drei Häuser gefährden.