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Ein Meisterwerk: Damenbildnis mit gelbem Hut auf Schloss Lauenstein

Ein Meisterwerk: Damenbildnis mit gelbem Hut auf Schloss Lauenstein
Damenbildnis mit gelbem Hut. Foto: Ulf Mallek
Von: Meißen News
Eine Ausstellung mit Porträts des Malers Heribert Fischer-Geising mit Porträts ist im Museum Schloss Lauenstein eröffnet worden.

Es ist wohl sein Hauptwerk. Eine Dame mit gelbem Hut und roter Bluse schaut aus dem Fenster auf die Lange Straße in Geising/Erzgebirge. Eine ganz normale Szene, könnte man meinen, aber vielleicht nicht für das Kriegsjahr 1943. Und auch nicht, wenn man weiß, dass die Dame Susanne Heigl-Wach, Urenkelin des Komponisten und Pianisten Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), eine Dresdner Jüdin ist. Gemeinsam mit ihrer Mutter Katharina Wach wurde sie in das KZ Theresienstadt deportiert.  Beide konnten aber durch Verwandte aus Schweden und der Schweiz freigekauft werden, und durften in die Schweiz übersiedeln.

Der Künstler Herbert Fischer-Geising malte Susanne, als sie ein paar Wochen bei ihm wohnte und auf die Übersiedlung in die Schweiz wartete. Ein friedvoller Anblick auf eine friedliche Landschaft. Doch der Blick der Frau ist streng. Die Weite der Landschaft symbolisiert aber Freiheit und Grenzenlosigkeit.

Dem Geisinger Künstler widmete das Osterzgebirgsmuseum Schloss Lauenstein anlässlich seines 130. Geburtstages (er starb 1984) eine neue Ausstellung, die am Sonntag eröffnet wurde. Museumsleiterin Gabriele Gelbrich freute sich über die vielen Besucher zur Eröffnung. Sie sagte, das Museum verwalte den Nachlass des Künstlers mit mehreren tausend künstlerischen Arbeiten. Diesmal habe man sich in der neuen Ausstellung auf die Porträts konzentriert. Je besser der Maler sein Modell kannte und mochte, desto besser wurde die Arbeit, sagte Frau Gelbrich.

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Dieter Hoefer sprichrt zur Eröffnung der Austellung.

Die Laudatio hielt der Vorsitzende der Stiftung Dieter Hoefer.  Fischer-Geising wurde am 23. Februar 1896 in Teplitz-Schönau geboren, das zum Königreich Böhmen (Teil der Österreichisch-Ungarischen Monarchie) gehörte. Er studierte in Dresden Kunst, musste aber 1916 an die Westfront, aber nicht an die vorderste Linie. Trotzdem wurde er kurz vor Kriegsende 1918 schwer verwundet.

Nach dem Krieg konzentriert er sich im Holzschnitt vor allem auf Porträts und entdeckt für sich die Neue Sachlichkeit, auch im Erzgebirge. In den 1930er Jahren entstehen expressive erzgebirgische Landschaften: das Licht in seinen Aquarell- und Ölarbeiten scheint nun wie entfesselt, die Natur aufgewühlt. Ab 1940 arbeitet er als Skilehrer für die Luftwaffe im Allgäu. Ein Jahr später dann die Einberufung zum Kriegsdienst. u.a. nach Mazedonien und Italien. 

Nach der Nazi-Zeit hält er an seinem Stil der Neuen Sachlichkeit fest. Diese Klarheit, die Unaufgeregtheit seines Wesens spiegelt sich in den Porträtierten wider. Er malt seine Frau Helma, Christiane, die Tochter und 1952 seine spätere Ehefrau Hildegard in der Dämmerung am Fenster. Das Motiv des Damenbildnisses mit gelbem Hut wird hier noch einmal aufgenommen.

Im August 1961 kehrte er nach einem Besuch im Westen nicht mehr zurück, Ab 1961 signiert Fischer nicht mehr mit dem Zusatz „Geising“. Er hat wohl damit versucht, einen Abschnitt seines Lebens hinter sich zu lassen. Fischer stirbt am 23. August 1984 an den Folgen eines Schlaganfalls, das Grab befindet sich mittlerweile in Geising. 

Text: Ulf Mallek


„Die Seele im Blick – Porträtmalerei“ Heribert Fischer-Geising  Ausstellung vom 14.4.2026 bis 7.6.2026 im Osterzgebirgsmuseum Schloss Lauenstein. Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 10:00-16:30 Uhr.

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