Ein Bericht von Peter Hilbert
Torsten Dörnbach und Gert Bamler stehen in der Kaditzer Kläranlage. Hinter ihnen ragt ein weißer Schornstein hoch empor. Der Projektleiter und der Klärwerkschef von der Stadtentwässerung Dresden halten Klinkersteine in der Hand, die das fast beendete Sanierungsprojekt symbolisieren.
Der Schornstein wurde mit der 1910 fertiggestellten Kaditzer Anlage errichtet und steht heute wie sie unter Denkmalschutz. Mit dem Bau des Klärwerks begann Anfang 1909 die letzte Phase zur Schaffung eines modernen Dresdner Abwassersystems. Stadtbaurat Prof. Hans Erlwein hatte zuvor darauf bestanden, gutes Material zu verwenden, das natürlich seinen hohen Preis hatte. So sollten eine lange Haltbarkeit und hygienische Sicherheit der von Tiefbauamtsleiter Hermann Klette konzipierten Anlage erreicht werden.
„Nach einer Bauzeit von anderthalb Jahren ist die Kläranlage Kaditz am 15. Juli 1910 in Betrieb gegangen“, verweist Klärwerksleiter Gert Bamler auf den entscheidenden Schritt bei der Reinigung von Dresdens Abwässern. Erlweins Rechnung ging auf, wie an der mittlerweile 116 Jahre alten Kläranlage deutlich wird. Allerdings ist für die Erhaltung beträchtlicher Aufwand nötig, wie jetzt am 26 Meter hohen Schornstein des früheren Kohleheizhauses. Später wurde dort auf Ölheizung umgestellt. Nach der Jahrhundertflut 2002 hatte das Heizhaus ausgedient, da das Klärwerk einen Fernwärmeanschluss bekam. „Der Schornstein wird jetzt noch für die Abluft aus der Einlaufgruppe der Kläranlage genutzt“, erläutert Bamler.