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Bundeswehr übt Flugblattabwürfe per Ballon über Sachsen

Bundeswehr übt Flugblattabwürfe per Ballon über Sachsen
Flugblätter fliegen mit Heliumballons. Foto: Bundeswehr/Weinrich
Von: Meißen News
Das Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr trainiert vom 5. bis 17. September in der Lausitz den Transport von Flugblättern mittels Heliumballons. Flugblätter könnten durch Wind auch in umliegenden Gemeinden landen.

Flugblätter flattern vom Himmel. Im Mittelpunkt steht das Training der sogenannten „abstandsfähigen Produktverbringung“ (APV). Dabei werden Übungsflugblätter mithilfe von Heliumballons in zuvor berechneten Zielgebieten abgeworfen. Die Ballons können laut Bundeswehr einen Durchmesser von bis zu 1,70 Metern erreichen und bis auf 5.000 Meter Höhe aufsteigen.

Die Flugblätter dienen im Einsatz dazu, Informationen an Menschen in Gebieten zu übermitteln, die auf anderem Weg nur schwer erreichbar sind. Für die Übung werden ausschließlich Flugblätter verwendet, die lediglich ein Symbol sowie einen Informationstext für die Finder enthalten. Die Bundeswehr beschreibt die Methode heute neutral als „Abstandsfähige Produktverbringung“. Dahinter steckt die Fähigkeit, Informationen in ein Gebiet zu bringen, das mit eigenen Kräften nicht oder nur schwer erreichbar ist. Flugblätter sind dabei ein klassisches Mittel der sogenannten Operativen Kommunikation beziehungsweise Psychological Operations (PSYOPS). Gerade das Einwirken auf Einstellungen und Verhalten gehört zum Wesen psychologischer Operationen. Kritiker sprechen deshalb oft von Propaganda. Militärs und NATO-Staaten verwenden dagegen Begriffe wie „Informationsoperationen“, „strategische Kommunikation“ oder „psychologische Operationen“, um zwischen wahrheitsbasierten Informationen und klassischer Propaganda zu unterscheiden.

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Zielgebiet der Abwürfe ist der Truppenübungsplatz Oberlausitz. Die genauen Startorte der Ballons werden jedoch kurzfristig und abhängig von den Wetterbedingungen festgelegt. Städte und Ortschaften sollen dabei vermieden werden. Aus Sicherheitsgründen nennt die Bundeswehr weder konkrete Orte noch Zeiten.

Dennoch kann es durch Wind und Witterung dazu kommen, dass einzelne Flugblätter außerhalb des vorgesehenen Gebiets niedergehen. Daher wurden auch die angrenzenden Militärbehörden in Polen und Tschechien über die Übung informiert. Die Übungsflugblätter sind in deutscher und polnischer Sprache bedruckt. Finder können ihren Fund an die aufgedruckte Adresse melden und das Papier anschließend entsorgen. Nach Angaben der Bundeswehr ist das verwendete Material umweltverträglich und biologisch abbaubar.

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