Flugblätter flattern vom Himmel. Im Mittelpunkt steht das Training der sogenannten „abstandsfähigen Produktverbringung“ (APV). Dabei werden Übungsflugblätter mithilfe von Heliumballons in zuvor berechneten Zielgebieten abgeworfen. Die Ballons können laut Bundeswehr einen Durchmesser von bis zu 1,70 Metern erreichen und bis auf 5.000 Meter Höhe aufsteigen.
Die Flugblätter dienen im Einsatz dazu, Informationen an Menschen in Gebieten zu übermitteln, die auf anderem Weg nur schwer erreichbar sind. Für die Übung werden ausschließlich Flugblätter verwendet, die lediglich ein Symbol sowie einen Informationstext für die Finder enthalten. Die Bundeswehr beschreibt die Methode heute neutral als „Abstandsfähige Produktverbringung“. Dahinter steckt die Fähigkeit, Informationen in ein Gebiet zu bringen, das mit eigenen Kräften nicht oder nur schwer erreichbar ist. Flugblätter sind dabei ein klassisches Mittel der sogenannten Operativen Kommunikation beziehungsweise Psychological Operations (PSYOPS). Gerade das Einwirken auf Einstellungen und Verhalten gehört zum Wesen psychologischer Operationen. Kritiker sprechen deshalb oft von Propaganda. Militärs und NATO-Staaten verwenden dagegen Begriffe wie „Informationsoperationen“, „strategische Kommunikation“ oder „psychologische Operationen“, um zwischen wahrheitsbasierten Informationen und klassischer Propaganda zu unterscheiden.