Die archäologischen Ausgrabungen im Vorfeld der Erschließung neuer Abbauflächen für das Kieswerk Ottendorf-Okrilla stehen kurz vor ihrem Abschluss. Aus diesem Anlass stellt das Landesamt für Archäologie Sachsen nächste Woche die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen vor, teilte die Behörde am Freitag mit.
Seit Mitte August des vergangenen Jahres untersucht das Amt in enger Abstimmung mit dem Kieswerk die Flächen, die im Kiestagebau Würschnitz im sogenannten Antragsfeld B für den Abbau vorbereitet werden sollen. Ziel der Arbeiten ist es, archäologische Befunde vor den Eingriffen zu dokumentieren, zu sichern und wissenschaftlich auszuwerten. In dem Areal traten dabei unerwartet bedeutende Spuren früher Besiedlung zutage.
Zu den wichtigsten Entdeckungen zählt eine Gruppe von rund 4500 Jahre alten Hügelgräbern aus der Periode der Schnurkeramik (ca. 2750–2200 v. Chr.). Obwohl die oberirdischen Aufschüttungen teilweise eingeebnet waren, blieben im Boden die typischen kreisförmig umlaufenden Gräben sowie zentrale Grabkammern erhalten. Die Befundlage ermöglicht Rückschlüsse auf Bestattungssitten, Landschaftsnutzung und die Organisation der damaligen Gemeinschaften.