Karl-May-Bücher gelten als Klassiker der Abenteuer-Literatur – nun steht der traditionsreiche Karl-May-Verlag vor einem Eigentümerwechsel. Der alleinige Inhaber Bernhard Schmid kündigte an, das Unternehmen verkaufen zu wollen. Der 64-Jährige sucht nach eigenen Angaben einen Nachfolger, der die Arbeit des Hauses fortführt, das seit mehr als einem Jahrhundert nahezu ausschließlich die Werke Karl Mays verlegt, meldet die Nachrichtenagentur dpa. Sie beruft sich auf das Manager Magazin, das zuerst darüber berichtet hatte.
Die Wurzeln des Verlags reichen in die Zeit unmittelbar nach dem Tod des Autors zurück. 1913 wurde der Karl-May-Verlag in Radebeul gegründet, maßgeblich geprägt von Euchar Albrecht Schmid, dem Großvater des heutigen Inhabers. Karl May selbst hatte von 1888 bis zu seinem Tod im Jahr 1912 in Radebeul gelebt und dort wesentliche Teile seines Gesamtwerks verfasst. Zu den bekanntesten Figuren zählen Winnetou und Old Shatterhand, daneben machten Reiseerzählungen den Autor zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Schriftsteller.