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Aus Radebeul: Karl-May-Verlag soll verkauft werden

Aus Radebeul: Karl-May-Verlag soll verkauft werden
Symbolbild Karl May / pixabay ArminEP
Von: Meißen News
Der Karl-May-Verlag steht zum Verkauf. Inhaber Bernhard Schmid sucht mit 64 Jahren einen Nachfolger für das Bamberger Traditionshaus, das in Radebeul gegründet wurde.

Karl-May-Bücher gelten als Klassiker der Abenteuer-Literatur – nun steht der traditionsreiche Karl-May-Verlag vor einem Eigentümerwechsel. Der alleinige Inhaber Bernhard Schmid kündigte an, das Unternehmen verkaufen zu wollen. Der 64-Jährige sucht nach eigenen Angaben einen Nachfolger, der die Arbeit des Hauses fortführt, das seit mehr als einem Jahrhundert nahezu ausschließlich die Werke Karl Mays verlegt, meldet die Nachrichtenagentur dpa. Sie beruft sich auf das Manager Magazin, das zuerst darüber berichtet hatte.

Die Wurzeln des Verlags reichen in die Zeit unmittelbar nach dem Tod des Autors zurück. 1913 wurde der Karl-May-Verlag in Radebeul gegründet, maßgeblich geprägt von Euchar Albrecht Schmid, dem Großvater des heutigen Inhabers. Karl May selbst hatte von 1888 bis zu seinem Tod im Jahr 1912 in Radebeul gelebt und dort wesentliche Teile seines Gesamtwerks verfasst. Zu den bekanntesten Figuren zählen Winnetou und Old Shatterhand, daneben machten Reiseerzählungen den Autor zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Schriftsteller.

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Historisch eng mit den politischen Umbrüchen in Deutschland verbunden ist der Standortwechsel des Verlags: 1960 zog das Unternehmen aus der DDR nach Bamberg um. Von dort aus wurden die Ausgaben fortan weitergeführt und ausgebaut. Das Programm ist bis heute stark auf den Erfolgsautor konzentriert, dessen Bücher in vielen Haushalten über Generationen hinweg präsent sind.

Seit 2007 ist Bernhard Schmid alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer. Zuvor hatte er den Verlag gemeinsam mit seinem Vater Lothar Schmid geleitet. Lothar Schmid ist in Radebeul aufgewachsen. Bekannt wurde er als Schach-Großmeister und Schiedsrichter des spektakulären WM-Kampfes zwischen Robert Fisher (USA) und Boris Spasski (UdSSR) 1972 in Reykjavik. Er starb mit 85 Jahren 2013 in Bamberg.

Mit dem geplanten Verkauf endet eine Phase, in der der Verlag in Familienhand blieb. Bernhard Schmid betonte, dass es ihm um eine tragfähige Zukunftslösung gehe, damit die Marke und die verlegerische Linie erhalten bleiben.

Wiedererkennungsmerkmal der Publikationen ist die Gestaltung: Die Bände erscheinen in charakteristischen Einbänden mit goldener Schrift, die als Sammlerobjekte ebenso gelten wie als Leseausgaben. Dass nun ein Nachfolger gesucht wird, dürfte daher nicht nur Branchenkreise, sondern auch Fans und Sammler aufmerksam machen.

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