Ein Bericht von Peter Hilbert
Insgesamt 40 verschiedene Führungen zur Dresdner und zur sächsischen Geschichte bietet der Hobbyhistoriker Christoph Pötzsch an. „Ich habe schon seit langer Zeit eine Führung auf den Spuren von August dem Starken“, sagt der 71-Jährige. „Sie läuft hervorragend. Aber immer, wenn ich auf das Thema Gräfin Cosel komme, fragen die Leute nach ihrer Geschichte.“ Deshalb steht Pötzsch an diesem Tag neben der Kreuzkirche an der Kreuzstraße, die früher Kreuzgasse hieß. Denn dort war gegenüber der Kirche die erste Dresdner Station der berühmten Gräfin im Palais Hoym, in das sie ihr Ehemann holte. Dort, wo Pötzsch steht, habe sie auch den sächsischen Kurfürsten und polnischen König August den Starken kennengelernt.
1680 wird Anna Constantia als Tochter des Ritters Joachim von Brockdorff und der aus einer bürgerlichen Kaufmannsfamilie stammenden Anna Margarethe auf Gut Depenau in Schleswig-Holstein geboren. „Sie wurde außerordentlich gut ausgebildet. Der Vater brachte ihr das Reiten, Schießen und Fechten bei“, erklärt Pötzsch. Die Mutter, die in erster Ehe mit einem Kaufmann verheiratet und verwitwet war, bringt ihr das Kaufmännische, Mathematik und Sprachen bei.