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Auch Milliardäre können irren

Auch Milliardäre können irren
Spielbrett auf Sommertour © Spielbrett Dresden
Von: Heinz Koschiske
Die Shakespeare-verliebte Theatergruppe Spielbrett geht mit „Shakespeares Milliardär“ vom 25. Juli bis 1. August auf Jubiläums-Planwagentour durchs Osterzgebirge

Zeitlose Meisterwerke wie »Macbeth«, »Romeo und Julia«, »Hamlet« oder »Ein Sommernachtstraum« zeugen von William Shakespeares Gespür für menschliche Komödien und Tragödien. Milliardär wurde er selbst nach heutigen Maßstäben damit allerdings nicht. Shakespeare gilt als Bühnenpraktiker, der, oft in Kooperation mit Kollegen, populäre Stoffe für ein kommerzielles Volkstheater bearbeitete – ganz nach dem Motto: „Wie es euch gefällt“. Getreu dieses Mottos verfahren auch die Shakespeare-Verliebten der am Theaterhaus Rudi in Dresden-Kaditz angesiedelten Theatergruppe Spielbrett.

Spielbrett ist eines der ältesten Amateurtheater Sachsens, das für seine Inszenierungen auf Theaterfestivals mehrfach ausgezeichnet wurde. Nicht nur Shakespeare, sondern auch selten gespielte Stücke von George Tabori oder Nick Whitby, sowie Eigeninszenierungen finden sich im Repertoire. Vom Beginn bis heute unter der künstlerischen Leitung von Ulrich Schwarz stehend, sieht sich Spielbrett seit seiner Gründung 1985 als „Amateurtheater, als Volkstheater – sinnlich, kräftig, plastisch, unterhaltsam, kritisch, intelligent.“ Eben ganz im Sinne von Shakespeare.

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Probenfoto von Shakespeares Milliardär im Rudi © Spielbrett Dresden


Eines der letzten, posthum veröffentlichten Werke Shakespeares ist »Timon von Athen«. Spielbrett macht aus der Vorlage nun »Shakespeares Milliardär«, wie Spielleiter Ulrich Schwarz erläutert. „Der Milliardär Timon feiert täglich seinen Reichtum mit seinen ‚Freunden‘, an die er großzügig austeilt. Wo Geld Leben bedeutet, hilft er: Der Kunst, dem Staat, der Wirtschaft, dem Militär, den Schuldnern. Mit Geld schafft er sich sein Menschenbild. Das Geld zerstört es ihm.“ Versprochen wird „eine finster-fröhliche Suche nach einem Ausweg aus der Gier nach Macht und Reichtum“. Ein Schelm, wer da nicht an den Größenwahn von Elon Musk, Peter Thiel & Co. denkt – Die Yacht im Wald ist dafür ein gutes Bild.

Über Land zu Leuten, die sonst nicht ins Theater gehen


Seit mittlerweile 40 Jahren bringt Spielbrett jeden Sommer Shakespeare mit einer Planwagentour unters Volk. Mit dabei sind auch Clowns und handgemachte Musik. Das ist europaweit einzigartig. Auch im Jubiläumsjahr geht Spielbrett wie gewohnt mit einem neuen Shakespeare für eine Woche in den Sommerferien auf Reisen. »Motorisierung verboten, nur Fahrräder sind erlaubt«, so Ulrich Schwarz. Den Planwagen zieht ein Pferdegespann vom Pferdehof Schmidt aus Dresden-Wachwitz. Bis zu 20 Mitwirkende gehören zum Tross.

Im jährlichen Wechsel geht die Planwagentour auf verschiedenen Wegen durch Wald und Flur ins Grüne. „Über Land zu Leuten, die sonst nicht ins Theater gehen“, sagt Ulrich Schwarz dazu. In diesem Jahr geht es wieder ins Osterzgebirge. Gestartet wird am 25. Juli in der Kulturscheune Wurgwitz. Über die Stationen Tharandt, Ruppendorf, Frauenstein, Bärenfels, Geising und Schloss Lauenstein endet die Milliardär-Tour am 1. August auf Schloss Kuckuckstein in Liebstadt. Doch zuvor steht erst einmal die Premiere am 11. Juli im Stammhaus Rudi an.

Info: „Shakespeares Milliardär“ feiert am 11. Juli, 20 Uhr, in der Inszenierung von Spielbrett Premiere am Theaterhaus Rudi in Dresden. Zu sehen ist es dort noch am 12. Juli, bevor es ab 25. Juli auf Planwagentour durchs Osterzgebirge geht. Mehr Infos,Ticketvorbestellungen und alle Termine unter spielbrett.info
Wer die Planwagentour unterstützen möchte, kann dies noch bis 19. Juli unter
99funken.de/shakespeare tun.

Heinz Koschiske
Artikel von

Heinz Koschiske

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