Zum 100. Geburtstag des Installations- und Aktionskünstlers Joseph Beuys (1921-1986) zeigt das Dresdner Kupferstich-Kabinett Werke aus dem Besitz seiner Familie. Unter den zahlreichen Ausstellungen zu diesem Jubiläum «setzen wir ein ganz bestimmtes Statement», sagte Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, am Donnerstag vor der Eröffnung. Die Schau «Linie zu Linie, Blatt um Blatt» (23. Juli bis 17. Oktober) gibt mit 90 noch nie ausgestellten grafischen Werken erstmals einen Einblick in den in der Familie bewahrten Fundus von Beuys-Zeichnungen, die teils auch für sie entstanden.
Möglich wurde das laut Ackermann dank des Vertrauens der Witwe und Kinder, die alles an der Ausstellung «Rembrandts Strich» des Dresdner Kabinetts von 2019 faszinierte, vor allem der Umgang mit der Linie. Deren Bedeutung für das Blatt zeige sich auch in den ausgestellten Beuys-Werken, sagte Museumsdirektorin Stephanie Buck. Die Exponate wurden gemeinsam mit Eva Beuys ausgewählt, «nach Bleistift und Wasserfarben sowie Motiven, Pflanzen, Tiere, Figuren, aber auch immer wieder Blätter, die fließende Übergänge ermöglichen».