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Sächsischer Landtag stärkt Schutz der sorbischen Sprache

Sächsischer Landtag stärkt Schutz der sorbischen Sprache
Foto: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Von: Uwe Tschirner
Der Sächsische Landtag hat einen Antrag der BÜNDNISGRÜNEN und einen fraktionsübergreifenden Änderungsantrag beschlossen, um die sorbische Sprache besser zu schützen und zu fördern. Die Staatsregierung soll dafür weitere Verpflichtungen aus der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen umsetzen.

Landtag setzt ein Zeichen für die sorbische Minderheit

Der Sächsische Landtag hat gestern Abend einen Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie einen fraktionsübergreifenden Änderungsantrag beschlossen, um den Schutz und die Förderung der sorbischen Sprache deutlich zu stärken. Mit dem Beschluss soll die Staatsregierung weitere Verpflichtungen aus der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen umsetzen und dem Parlament darüber Bericht erstatten.

Die Entscheidung wird als wichtiges Signal für die sorbische Minderheit in Sachsen verstanden. Ziel ist es, die Sprache nicht nur symbolisch zu würdigen, sondern ihre Nutzung im Alltag, in Bildungseinrichtungen und in öffentlichen Strukturen dauerhaft zu sichern.

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Sprache als Teil der sächsischen Identität

Franziska Schubert, Vorsitzende und Sprecherin für sorbische Angelegenheiten der Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag, betonte die besondere Bedeutung des Themas. „Die sorbische Sprache ist kein Nischenthema. Wir sprechen über einen Teil Sachsens, der ein entscheidender Bestandteil der Identität des Freistaats ist“, sagte sie. Für den Landtag gehe es auch um die politische Verantwortung gegenüber einer Minderheit, ihren Rechten und ihrer Sichtbarkeit.

Schubert verwies auf ihre eigene Herkunft aus der Oberlausitz, wo das Sorbische im Alltag vieler Menschen präsent sei. Es begegne einem auf Ortsschildern, in Kitas, Schulen, Kirchgemeinden, auf Friedhöfen sowie in Vereinen und bei kulturellen Veranstaltungen. In Familien werde die Sprache von Generation zu Generation weitergegeben. Damit diese Weitergabe gelinge, brauche es verlässliche staatliche Rahmenbedingungen.

Mehr Verpflichtungen aus der Europäischen Charta

Die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen ermöglicht es Staaten, konkrete Schutz- und Förderverpflichtungen für Minderheitensprachen zu übernehmen. Sachsen hat diesen Schritt bereits vor 26 Jahren gemacht. Aus Sicht der Grünen reicht das jedoch nicht aus, um die sorbische Sprache langfristig zu sichern.

Nach Angaben Schuberts zeigt die Staatsregierung selbst in ihren Berichten, dass es beim Erhalt und bei der Weiterentwicklung der sorbischen Sprache weiterhin große Herausforderungen gibt. Deshalb sollen nun zusätzliche Verpflichtungen übernommen werden, vor allem in den Bereichen Bildung, Verwaltung, Medien, Justiz sowie im sozialen und wirtschaftlichen Leben. Gerade dort entscheidet sich, ob eine Sprache im Alltag lebendig bleibt.

Konkrete Folgen für Bildung, Verwaltung und Öffentlichkeit

Mit dem Beschluss rücken praktische Fragen stärker in den Fokus: Wie können sorbische Bildungsangebote gesichert werden? Wie lässt sich die Sprache in Behörden sichtbarer machen? Und wie kann sorbische Sprache in Medien und öffentlichen Einrichtungen stärker präsent sein?

Der Antrag zielt darauf ab, diese Bereiche nicht getrennt voneinander zu betrachten. Vielmehr soll ein zusammenhängender Schutz entstehen, der den Alltag der Sprecherinnen und Sprecher stärkt und die Weitergabe an die nächste Generation erleichtert. Für eine Minderheitensprache ist das entscheidend, weil ihr Fortbestand nicht nur von kulturellem Interesse, sondern auch von konkreten Nutzungsmöglichkeiten abhängt.

Ein Bekenntnis zur Zukunft der sorbischen Sprache

Franziska Schubert sieht in dem Beschluss ein klares Bekenntnis des Parlaments. „Unser Antrag ist ein Bekenntnis zur sorbischen Sprache und ihrer Zukunftsfähigkeit - für diese und für die nächsten Generationen“, sagte sie abschließend.

Mit dem Beschluss sendet der Sächsische Landtag ein deutliches politisches Signal: Der Schutz der sorbischen Sprache soll nicht beim guten Willen stehen bleiben, sondern in konkrete staatliche Maßnahmen übersetzt werden. Für Sachsen bedeutet das auch, ein wichtiges Kulturgut stärker in den Mittelpunkt zu rücken und seine Sichtbarkeit im öffentlichen Leben zu sichern.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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