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Nach tödlichen Hauseinsturz in Görlitz: Zwei Tatverdächtige festgenommen

Nach tödlichen Hauseinsturz in Görlitz: Zwei Tatverdächtige festgenommen
Foto: Polizeidirektion Görlitz
Von: Uwe Tschirner
Nach dem tödlichen Hauseinsturz in Görlitz hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Ermittler gehen Hinweisen zu beschädigten Rohrleitungen nach und bitten die Bevölkerung um Mithilfe.

Ermittlungen nach dem Hauseinsturz in der James-von-Moltke-Straße

Nach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses an der James-von-Moltke-Straße in Görlitz am 18. Mai 2026 laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft weiter auf Hochtouren. Bei dem Unglück kamen drei Menschen ums Leben. Die Ursache ist bislang nicht abschließend geklärt, die Ermittler verfolgen jedoch nach eigenen Angaben weiterhin alle denkbaren Spuren.

Im Zuge der laufenden Untersuchungen wurden inzwischen zwei Männer festgenommen, die im Verdacht stehen, im Einsturzhaus Rohrleitungen beschädigt oder manipuliert zu haben. Gegen sie wird wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung ermittelt.

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Was der Tatvorwurf rechtlich bedeutet

Der Begriff „Sprengstoff“ ist in diesem Zusammenhang nicht wörtlich zu verstehen. Nach Angaben der Ermittler reicht für den Tatbestand jede plötzliche Ausdehnung von Gasen oder Dämpfen aus, die eine heftige Kraftentfaltung verursacht. Entscheidend ist also der physikalische Vorgang der Explosion, nicht das verwendete Material.

Die Beamten gehen derzeit der Frage nach, ob eine Beschädigung der Rohrleitungen zu der folgenschweren Explosion und dem späteren Einsturz geführt hat. Weil das Gebäude zunächst beräumt werden musste, ist eine vollständige Untersuchung der Kellerräume bislang nicht möglich gewesen. Genau dort könnten sich jedoch wichtige Spuren befinden.

Zwei Männer bereits in anderer Sache in Untersuchungshaft

Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um einen 27-jährigen polnischen und einen 33-jährigen afghanischen Staatsangehörigen. Beide befinden sich bereits in anderer Sache in Untersuchungshaft, also nicht wegen des hier betroffenen Ermittlungsverfahrens. Die Festnahmen stehen dennoch in direktem Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Hauseinsturz.

Nach dem aktuellen Erkenntnisstand sollen sich die beiden Männer am Nachmittag des 18. Mai 2026 in Görlitz bewegt haben. Genannt werden unter anderem die Augustastraße, Emmerichstraße, Kleine Konsulstraße, Konsulstraße, Theodor-Körner-Straße, Schillerstraße und die James-von-Moltke-Straße. Dort sollen sie auf der Suche nach stehlenswertem Gut gewesen sein – unter anderem nach Fahrrädern, Schrott und Buntmetallen.

Nach Polizeiangaben prüften sie an mehreren Haustüren, ob diese offen waren, um in Hausflure oder Keller zu gelangen. Inzwischen ist bekannt, dass beide auch das Haus in der James-von-Moltke-Straße 21 betraten. Was danach im Gebäude geschah, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Öffentlichkeitsfahndung wegen wichtiger Beobachtungen

Weil die James-von-Moltke-Straße eine viel befahrene und stark begangene Verbindung zwischen dem Stadtzentrum von Görlitz und den südlichen Stadtteilen ist, erhoffen sich Polizei und Staatsanwaltschaft Hinweise aus der Bevölkerung. Auch Touristinnen und Touristen, die sich am 18. Mai 2026 in der Stadt aufhielten, könnten wichtige Beobachtungen gemacht haben. Zusätzlich kommt laut Ermittlern auch ein Grenzübertritt zwischen Görlitz und Zgorzelec in Betracht.

Die Polizei bittet vor allem um Hinweise zu zwei Personen, die am Tat- und im Umfeld des Tatorts gesehen worden sein könnten. Die Beschreibung der Kleidung und das äußere Erscheinungsbild sollen helfen, die Wege der Männer an diesem Tag zu rekonstruieren.

Beschreibung von Tatverdächtigem 1

Der erste Tatverdächtige, Bartosz K., wird als etwa 177 Zentimeter groß, schlank und osteuropäisch wirkend beschrieben. Er hat dunkelbraunes, glattes und kurzes Haar, braune Augen und ein scheinbares Alter von etwa 25 Jahren. Auffällig ist ein leicht sichtbares Tattoo unter dem rechten Auge in Form eines Kreuzes.

Am 18. Mai 2026 soll er laut Polizei eine schwarze Basecap mit gelbem „Löwenkopf“-Logo und dem Aufdruck „Holtendorfer Spielvereinigung e.V.“ getragen haben. Dazu kamen eine schwarze Jacke mit Reißverschluss und MK-Logo, ein schwarzer Pullover mit goldener „Boss Hugo Boss“-Aufschrift, eine schwarze Jogginghose mit goldenem Seitenstreifen und der Aufschrift „Hugo“ sowie schwarze Turnschuhe mit weißer Sohle und hellen Nike-Zeichen an der Außenseite.

Beschreibung von Tatverdächtigem 2

Der zweite Tatverdächtige, Zolmai K., soll etwa 175 Zentimeter groß, schlank und nordostafrikanisch wirken. Er hat schwarzes, glattes und kurzes Haar mit Geheimratsecken, braune Augen, einen getrimmten Vollbart und ein scheinbares Alter von ungefähr 35 Jahren. Als besonderes Merkmal wird eine sichtbare Narbe am Kopf auf der linken hinteren Seite genannt.

Zur mutmaßlichen Bekleidung gehören eine schwarze Basecap mit Panther-Kopf-Logo, gelben Augen und rotem Hintergrund, eine schwarze Kapuzenjacke, ein weißes oder grünes T-Shirt, eine schwarze oder blaue Hose sowie weiß-blaue Turnschuhe der Marke Puma.

Welche Fragen die Polizei jetzt beantwortet haben möchte

Die Ermittler wollen nun unter anderem wissen, wer die beiden Männer am 18. Mai 2026 zwischen 13 und 18 Uhr im weiteren oder unmittelbaren Bereich des Tatorts gesehen hat. Auch Beobachtungen an der James-von-Moltke-Straße, insbesondere mit den auffälligen Basecaps, sind von Interesse. Zudem fragt die Polizei nach Personen, die mit den Tatverdächtigen im Stadtgebiet von Görlitz gesprochen, sich mit ihnen getroffen oder anderweitig Kontakt gehabt haben.

Wichtig sind auch Fotos, Videos und Dash-Cam-Aufnahmen. Gesucht werden Aufnahmen vom Bereich James-von-Moltke-Straße und Emmerichstraße zwischen 13 und 20 Uhr, ebenso Bilder und Videos aus Videoanlagen im weiteren Tatortumfeld. Auch Fahrzeuge mit Dashcams, die im Bereich James-von-Moltke-Straße, Emmerichstraße und Konsulstraße geparkt waren, könnten relevante Daten liefern. Gleiches gilt für Autofahrten über die Stadtbrücke zwischen Zgorzelec und Görlitz, etwa im Zusammenhang mit einem möglichen Tankstopp.

Hinweise und Belohnung für die Aufklärung

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Görlitz unter der Telefonnummer 03581 468 5000 entgegen. Fotos und Videos können außerdem über das Hinweisportal der Polizei Sachsen unter https://sn.hinweisportal.de/ hochgeladen werden.

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat und zur Verurteilung der Täter führen, haben Polizei und Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 5.000 Euro ausgelobt. Die Ermittler hoffen, dass sich nun weitere Zeugen melden, um die letzten Stunden vor dem Einsturz des Hauses zu rekonstruieren und offene Fragen zu klären.

Uwe Tschirner
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Uwe Tschirner

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